Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Neue OZ - Gespräch mit Sophie Herr, Teamleiterin bei der Verbraucherzentrale Bundesverband

Osnabrück (ots) - Verbraucherschützer fordern Siegel für vegetarische Lebensmittel in der EU

Gemüsefrikadellen mit Hähnchenfleisch - Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf

Osnabrück. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) macht sich für eine europaweit einheitliche Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel stark und fordert die Abgeordneten des Europaparlaments auf, einen entsprechenden Antrag aus den Reihen der Parlamentarier zu unterzeichnen. Das sagte die zuständige vzbv-Teamleiterin Sophie Herr im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

Beteiligt sich mehr als die Hälfte der Abgeordneten in Straßburg wäre das "ein starkes Signal an die Kommission in Brüssel", sich mit dem Thema zu befassen und Vorgaben für eine unionsweit gültige Kennzeichnung fleischloser Produkte zu erarbeiten. "Die Erarbeitung einheitlicher Kriterien sollte nicht weiter verschleppt werden", forderte Herr.

Sie beklagte die Verwirrung von Kunden, wenn etwa eine "Gemüsefrikadelle" Hähnchenfleisch enthalte oder Kartoffelchips mit tierischen Fetten hergestellt würden, ohne dass das für den Käufer auf den ersten Blick ersichtlich ist. "Damit muss Schluss sein. Es braucht ein einheitliches Siegel, damit der Verbraucher selbstbestimmt entscheiden kann", forderte Herr. Ein allgemeingültiges Label mit klaren Kriterien wäre dabei sowohl für den Kunden als auch für die Industrie ein Gewinn. "Schließlich wird das Vertrauen in vegane oder vegetarische Produkte gesteigert", so Sophie Herr im Gespräch mit dem Blatt.

Die Teamleiterin kritisierte in diesem Zusammenhang die Haltung der Bundesregierung. Die hatte kürzlich einen Vorstoß der Länder, den Erlass bundesweit einheitlicher Vorgaben für vegane und vegetarische Lebensmittel zu prüfen, zurückgewiesen. Dazu bestehe "aktuell keine Veranlassung", zitiert die "Neue OZ" aus dem Antwortschreiben des Bundeslandwirtschaftsministeriums an den Bundesrat (Drucksache 5/14). Herr bezeichnete diese Haltung als "sehr bedauerlich" und nicht im Sinne der Verbraucher.

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