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Neue OZ: Kommentar zu Karin Beier

Osnabrück (ots) - Zu den Wurzeln

Fast scheint es, als wollte Karin Beier mit einem gewaltigen Paukenschlag die bösen Geister des Scheiterns vom Intendantenstuhl des Hamburger Schauspielhauses vertreiben. Theatergeschichtlich zurück auf null ging sie, indem sie großen Atridenstoff gleich in fünf Tragödien erzählte. Große Urthemen fuhr sie auf mit Fragen nach Krieg und Frieden, Schuld und Sühne, Mutterrecht und Vaterrecht. Wie einst Luk Perceval und Tom Lanoye mit ihrem Shakespeare-Marathon "Schlachten!" nutzte sie ihre sieben Stunden, um mit ausgewählten Stilmitteln und Spielweisen auch Aussagen über die einzelnen Dramen zu treffen. Das heterogen zusammengesetzte Publikum des Schauspielhauses kann sich also kaum beklagen: keine ästhetischen Konfessionen, kein zeitgenössisches Nischen-Theater zum Start. Beier geht mit Staraufgebot zurück zu den Wurzeln, ohne sich gleich auf eine politische, literarische oder stilistische Linie festzulegen. Mal sehen, wie dieses offene Feld weiter bestellt wird.

Christine Adam

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