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18.07.2013 – 05:30

Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Neue OZ - Interview mit SPD-Parteichef Sigmar Gabriel

Osnabrück (ots)

SPD-Parteichef: Meyer Werft soll Zusammenarbeit mit Leiharbeitsunternehmen aufkündigen

Gabriel: Methoden erinnern an Manchesterkapitalismus - "Arbeitnehmer recht- und schutzlos tätig"

Osnabrück.- Nach dem Feuertod zweier rumänischer Werkvertragsarbeiter hat der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel die Papenburger Meyer Werft aufgefordert, die Zusammenarbeit mit einem in die Kritik geratenen Leiharbeitsunternehmen aufzukündigen. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) beklagte Gabriel, dass es "solche menschliche Katastrophen geben muss, damit wir darüber reden, wie unser Arbeitsmarkt inzwischen außer Rand und Band geraten ist". Gabriel: "Ich erwarte, dass die Meyer Werft das Leiharbeitsunternehmen, das diese Tragödie mit zu verantworten hat, sofort aus ihren Verträgen nimmt." Es könne nicht sein, "dass das Unternehmen, das Menschen zu so unwürdigen Bedingungen unterbringt - es erinnert ja an die Methoden des Manchesterkapitalismus' -, dass diese Firma weiter Aufträge bekommt".

Der SPD-Parteichef bekräftigte, im Fall eines rotgrünen Bundestagswahlsieges im September gegen Lohndumping vorgehen zu wollen. "Erstens benötigen wir dringend ein Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte über Art und Umfang von Leiharbeit, Werkverträgen, Zeitarbeit", sagte Gabriel. Es könne nicht sein, dass "Arbeitnehmer aus Bulgarien oder Rumänien hier völlig recht- und schutzlos tätig sind". Zweitens wolle er eine rechtliche Eingrenzung "dieses ausufernden Werkvertragsarbeitnehmerwesens". Außerdem müsse drittens gelten: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit", egal ob es sich um Mitglieder der Stammbelegschaft oder Leiharbeiter handele. Gabriel betonte: "Mir geht es nicht darum, dass man Unternehmen ihre Flexibilität raubt. Aber ich will nicht, dass die Flexibilität für Unternehmen dazu missbraucht wird, menschenunwürdige Lohn- und Arbeitsbedingungen zu schaffen."

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