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Neue OZ: Kommentar zu Koch-Mehrin
Plagiate
Internet

Osnabrück (ots) - Sternstunde des Internets

Ob derzeit weitere promovierte Chefs in Vorstandsetagen und Parteizentralen ins Schwitzen geraten? Man darf jedenfalls gespannt sein, was die anonymen Plagiatjäger noch alles zutage fördern. Schon jetzt erweist sich der Vorgang der öffentlichen Aufarbeitung schlampig zusammenkopierter Doktorarbeiten als Sternstunde des neuen Mediums Internet. Soziale Kontrolle funktioniert hier als sich selbst regulierender Prozess.

Skeptikern sei gesagt, dass bei "Vroni plag Wiki" nicht jeder Hetzer haltlose Vorwürfe einfach so unters Volk bringen kann. Die gefundenen Plagiatspassagen werden vor der Veröffentlichung von den Betreibern geprüft - nach wissenschaftlichen Standards und dem Vier-Augen-Prinzip. Deshalb ist klar: Das Ausmaß der Plagiate bei Silvana Koch-Mehrin ist nicht mit dem Fall Guttenberg vergleichbar. Klar ist aber auch: Die Vorwürfe sind handfest, weil ausreichend und seriös dokumentiert. Koch-Mehrin muss deshalb ihren Doktortitel zurückgeben.

Dieses Thema kommt für die Vizepräsidentin des EU-Parlamentes zur Unzeit. Gerade steckt ihre Partei in einer Führungskrise. Koch-Mehrin hätte davon profitieren können. Sie galt als Geheimtipp für höhere Ämter in der Parteiführung und punktete als integrative Europäerin, mit jugendlicher Dynamik und nicht zuletzt mit ihrem guten Aussehen. Parallelen zum Fall Guttenberg drängen sich hier geradezu auf.

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