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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
FDP

Osnabrück (ots) - Alleine schafft es Rösler nicht

Philipp Rösler soll also Chef der Liberalen werden. So hat es das Trio aus ihm, NRW-Landeschef Daniel Bahr und Generalsekretär Christian Lindner allem Anschein nach ausgemacht. Guido Westerwelle erteilte seinen Segen, ohne wirklich die Wahl zu haben. Im Gegenzug wird es Kompensationen für Bahr und Lindner geben. Vielleicht früher, vielleicht später läuft es auf eine Rochade hinaus, sobald Rainer Brüderle das Kabinett verlässt oder Birgit Homburger sich an der Spitze der Bundestagsfraktion nicht mehr halten kann.

Überhaupt, die Fraktion. Es dürfte spannend sein, inwieweit sich das Ringen um Westerwelles Erbe hier niederschlägt. Seit dem starken Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl sind die Abgeordneten formal nicht ohne Gewicht. Dennoch blieben sie ohne größeren Einfluss auf das Profil der FDP. Dass dieses in Westerwelles Windschatten fast vollständig außerhalb des Parlaments geprägt wurde, wirft ein Licht auf die Schwäche der Abgeordneten und namentlich ihrer Vorsitzenden. Von deren Vertretern ist gar nicht zu reden: Miriam Gruß, Ulrike Flach, Heinrich Kolb, als Fraktionsvize derart blass zu bleiben bedarf schon einiger Anstrengung. Rösler alleine wird die FDP schon deshalb nicht retten können. Aber auch als Programmatiker fiel er bisher nicht auf. Diese Lücke kann Lindner füllen. Ein weiterer Kandidat muss die Fraktion wiederbeleben. Aus der Union ist ebenfalls Hilfe gefragt. Bis dahin schwelt die Krise der FDP weiter.

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