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Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit
Reform

Osnabrück (ots) - Es muss freiwillig bleiben

Warum nicht das Prinzip der Vorkasse für gesetzlich versicherte Patienten in der Praxis zumindest einmal erproben? Entscheidend dabei ist, dass lediglich diejenigen beteiligt sind, die sich freiwillig dafür entscheiden, dem Arzt vorab die Rechnung zu zahlen. Niemand sollte zum Modell des Gesundheitsministers gezwungen werden, doch das will Philipp Rösler ja auch gar nicht.

Durch eine Erprobung ließe sich jedoch feststellen, ob die Vorkasse tatsächlich die Bezahlung im Gesundheitswesen durchsichtiger macht. Die jetzigen Wahltarife können darauf keine Antwort geben. Denn mit einer Erstattung von nur 90 Prozent der Kosten sind sie zu unattraktiv. Daher nutzen diese Möglichkeit bisher nur weit unter ein Prozent der Versicherten.

Vermutlich wird Rösler die Privatversicherten vertraute Vorkasse politisch allerdings ohnehin kaum durchsetzen können. Zu viele Gründe sprechen dagegen. Abschreckend wirkt das Modell vor allem auf Patienten mit geringem Einkommen. Für sie kann es eine finanzielle Belastung sein, wenn sie das Geld für eine Behandlung erst auslegen müssen.

Auch sind Bedenken ernst zu nehmen, dass Versicherte nicht die komplette Arztrechnung erstattet bekommen. Und wer wissen will, wie hoch eine Arztrechnung ist, kann schon jetzt eine Patientenquittung anfordern. Bisher haben dies nur die wenigsten gemacht.

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