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Neue OZ: Kommentar zu Kirgistan
Konflikte

Osnabrück (ots) - Blauhelme nach Osch

Mord und Totschlag in den Straßen von Osch und Dschalalabad, kirgisische Banden fallen pogromartig über die usbekische Bevölkerung her, brandschatzen und plündern deren Häuser, bis zu 100000 Menschen auf der Flucht: Es sind besorgniserregende Geschehnisse, die sich in wenigen Tagen im zentralasiatischen Kirgistan zu einer nationalen Tragödie zusammenfügen.

Ein weiterer ethnischer Konflikt eskaliert damit in einer ohnehin angespannten Region, in der radikale Islamisten nur darauf warten, ein Machtvakuum auszunutzen. Zudem ist auch der Krieg in Afghanistan nicht fern. Die Gewaltwelle haben jedoch nicht fanatische Glaubenskrieger ausgelöst, sondern jene, die Macht und Vermögen abgeben mussten: Der gestürzte Präsident Kurmanbek Bakijew und sein mafiöser Clan riskieren für ihren Kampf gegen Interimsführerin Rosa Otunbajewa den Zerfall des Landes.

Verständlich, dass Russland - das in Kirgistan ebenso wie die USA eine Militärbasis hält - zögert, Soldaten in diesen Hexenkessel zu schicken. Doch der Einsatz einer Eingreiftruppe ist ohne Alternative, will man einen Flächenbrand verhindern, der auch Usbekistan erfassen könnte. Das vom Kreml als Gegengewicht zur NATO initiierte asiatische Militärbündnis OVKS wäre als Entsender von Blauhelmen prädestiniert.

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