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Neue OZ: Kommentar zu Flandern
Belgien

Osnabrück (ots) - Zeit für Versöhner

Ein Gründungsstaat der Europäischen Union demontiert sich selbst: Der historische Sieg der flämischen Nationalisten in Flandern, dem niederländischsprachigen Norden Belgiens, verheißt nichts Gutes für die EU. Nach dem politisch taumelnden Tschechien steht ab Juli erneut ein Land turnusmäßig an der Spitze der EU, das de facto führungslos ist. Ausgerechnet zum Jubiläum des Schengen-Abkommens für eine Einheit ohne Schlagbäume türmt Belgien munter seine Sprachgrenzen auf. Ein verheerendes Signal.

Allen Unkenrufen zum Trotz muss gleichwohl die politische Vernunft im Land von Pommes und Pralinen nicht auf der Strecke bleiben. N-VA-Chef Bart de Wever fordert zwar vehement die Republik Flandern. Doch er ist - anders als der ausländerfeindliche Vlaams Belang - nicht von rechtsextremer Gesinnung. Die jüngsten Annäherungen zwischen frankophonen Parteien und de Wever lassen zumindest einen Hauch von Hoffnung, dass es nicht zur Spaltung kommt.

Nur ein Versöhner wird eine solche Aufgabe bewältigen. Fest steht: Ohne die reichen Flamen, die die Frankophonen mit Solidarbeiträgen alimentieren, ist die Wallonie nicht lebensfähig.

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