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Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident
Köhler
Nachfolge

Osnabrück (ots) - Bloß kein Quereinsteiger

Die Telefon-Diplomatie hat Hochkonjunktur im politischen Berlin. Bei der Suche nach einem Nachfolger für den abtrünnigen Bundespräsidenten überschlagen sich die Spekulationen. Eines steht wohl fest: Ein Quereinsteiger wird kaum in das Schloss Bellevue einziehen. Die Idee, einen Finanzexperten zum Staatsoberhaupt zu machen, hat sich nicht als gut erwiesen. Erstens geben Außenseiter Widerworte. Wie unangenehm! Zweitens fehlt ihnen das dicke Fell, nicht immer feine Kritik unbeschädigt zu überstehen.

Die Kanzlerin hat Köhler 2004 auch nur deshalb aus dem Hut gezaubert, um den missliebigen CDU-Granden Wolfgang Schäuble zu verhindern. Ironie des Schicksals: Jetzt gilt ausgerechnet der Finanzminister als möglicher Aspirant. Wechselte er ins Schloss, wäre der Weg frei für eine Kabinettsumbildung. Merkels Vertrauter Thomas de Maizière könnte den Chefsessel im Finanzministerium einnehmen. Winkelzüge sind es also, die wieder die Kandidatensuche befeuern. Das gilt besonders für die fadenscheinige Variante Jürgen Rüttgers. Gut gelaunt zeigt sich indes Parlamentspräsident Norbert Lammert. Er weiß: Mit ihm könnte sich die Opposition anfreunden. Schmählich ist das politische Spiel, bei dem die FDP auf dem 70-jährigen Hermann-Otto Solms besteht. Warum setzen Union und FDP nicht ein Signal und heben junge Kandidaten mit Charisma ins Amt? Ursula von der Leyen und Christian Wulff hätten das Zeug, das Land würdig und frisch zu vertreten.

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