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Neue OZ: Kommentar zu Islam
Konferenz
Bundesregierung

Osnabrück (ots) - Kein Anlass zur Kritik

Thomas de Maizière tut gut daran, sich nicht von der Kritik an der Islamkonferenz beirren zu lassen. Um es klar zu sagen: Die Anwürfe gegen den Innenminister entbehren jeder Grundlage. Es war richtig, den Islamrat vorläufig von der Konferenz auszuschließen. Solange die schweren Vorwürfe gegen Milli Görus, die hinter dem Islamrat steht, nicht ausgeräumt sind, ist der Verband kein tauglicher Gesprächspartner. Entstünde auch nur der Anschein, dass Extremisten mit am Tisch sitzen, wäre die Islamkonferenz sinnlos.

Das sollte auch dem Zentralrat der Muslime klar sein, der nach dem Ausschluss des Islamrats auf eine Teilnahme verzichtet. Offenbar hat der Zentralrat nicht verwunden, dass künftig engagierte Muslime ohne Funktionärsstatus mehr Einfluss in der Konferenz bekommen. Dabei ist das nur konsequent, weil die muslimischen Verbände allenfalls 20 Prozent der Muslime im Land vertreten. Der Verband wäre gut beraten, seine Absage zu überdenken. Denn nur wer sich einmischt und mitredet, kann für seine Position werben. Der Rückzug in den Schmollwinkel hilft nicht.

Auch SPD, Grüne und Linke sollten ihre persönlichen Angriffe beenden. Mögen sie de Maizière einen Erfolg noch so sehr missgönnen: Die Islamkonferenz ist zu wichtig für parteitaktische Spielchen. Islamischer Religionsunterricht, Imamausbildung, Sicherheitsdialog, gleiche Rechte für Frauen - es gibt noch viel zu besprechen.

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