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Wie gelingt Motivation für gerechten Klimaschutz?

Pressemitteilung

Berlin, 29. Januar 2026

Wie gelingt Motivation für gerechten Klimaschutz?

Klimaschutz zählt nach wie vor zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen. Ob politische Maßnahmen jedoch umgesetzt werden und wirken, hängt von ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Welche Faktoren beeinflussen, ob Menschen Klimaschutzmaßnahmen unterstützen oder ablehnen, erläutert Jonathan Schreiber vom Öko-Institut in der neuen Folge des Podcasts „Wenden bitte!“.

Zum Podcast „Wie wird Klimaschutz gerecht?“ des Öko-Instituts

Akzeptanz entscheidend für Umsetzung und Wirkung

„Damit Klimaschutz politisch umgesetzt und langfristig getragen wird, braucht es gesellschaftliche Zustimmung“, so der wissenschaftliche Mitarbeiter. „Wenn etwas gesellschaftlich unterstützt wird, ist es auch für jede einzelne Person einfacher, sich klimafreundlich zu verhalten.“ Wie Klimaschutzmaßnahmen wahrgenommen werden, unterscheidet sich je nach persönlichem Umfeld wie Einkommen, Wohnort oder Familiensituation.

Ebenso wichtig ist, wie klimapolitische Maßnahmen ausgestaltet sind. Sogenannte „Pull-Maßnahmen“ wie Informationen oder finanzielle Förderung werden häufig besser akzeptiert als „Push-Maßnahmen“ wie etwa Bepreisung oder Verbote. Gleichzeitig sind Push-Maßnahmen aus klimapolitischer Sicht besonders wirksam.

„Ob Maßnahmen wirksam sind und als gerecht wahrgenommen werden, beeinflusst stark, ob Menschen bereit sind, selbst klimafreundlich zu handeln“, sagt Jonathan Schreiber im Podcast. „Klimaschutz sollte nicht nur eine Pflichtaufgabe sein, sondern auch Spaß machen.“ Politische Vorgaben stecken den Rahmen: Sind sie sozial gerecht und berücksichtigen sie unterschiedliche Lebensbedingungen wie die Höhe des Einkommens, werden sie häufiger akzeptiert.

Unabhängigkeit als Motivation für Klimaschutzmaßnahmen

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Motivation: Menschen handeln eher klimafreundlich, wenn sie den Sinn ihres Handelns erkennen und sich als wirksam erleben. Um Einblicke in Einstellungen, Sorgen und die Motivation zum Klimaschutz zu erhalten, hat das Öko-Institut ein Spendenprojekt durchgeführt, in dessen Rahmen Fokusgruppen interviewt wurden.

In zwei dieser Fokusgruppen wurde untersucht, welche Hemmnisse Menschen im ländlichen Raum für den Umstieg auf Elektroautos sehen. In beiden Fokusgruppen wurden neben hohen Kaufpreisen auch bürokratische Förderinstrumente als zentrale Sorgen genannt. In den Diskussionen zur Elektromobilität wurde zudem ein erheblicher Informationsbedarf deutlich. Das betrifft unter anderem Fragen zu Brandrisiken, Reichweite und der Umweltbilanz im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Bei der energetischen Gebäudesanierung zeigte sich: Neben der Haltung zum Klimaschutz ist das Bedürfnis nach Autonomie und Selbstwirksamkeit ein zentraler Antrieb. In Fokusgruppen mit Eigenheimbesitzer*innen, die ihr Haus selbst nutzen, wurde deutlich, dass Menschen auch dann in energetische Maßnahmen investieren, wenn sie gesetzlichen Klimaschutzmaßnahmen eher kritisch gegenüberstehen.

Ausschlaggebend ist häufig der Wunsch, unabhängiger von Energiemärkten und politischen Rahmenbedingungen zu sein, etwa durch ein eigenes Energieversorgungssystem. Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit wurde auch in den Fokusgruppen zur Elektromobilität deutlich: Besonders offen dafür zeigen sich Haushalte, die bereits über eigene Photovoltaik-Anlagen verfügen.

„Die Begeisterung für neue Technik und fürs Energiesparen ist oft groß“, erklärt Schreiber. Dennoch bleiben politische Rahmenbedingungen entscheidend: Sozial gerecht gestaffelte Förderprogramme, verständliche Informationen und niedrigschwellige Beratungsangebote erhöhen die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden.

Wissen statt Alltagsberatung

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut, und Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“. Die Spezial-Folgen greifen tagesaktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf.

Podcast „Wenden bitte!“, Episoden der 6. Staffel

Episode 1 „Wie wird Klimaschutz gerecht?“mit Jonathan Schreiber, erschienen am 29.1.2026

Alle Staffeln und Episoden des Podcasts auf www.oeko.de/podcast

Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei Apple Podcasts sowie bei Spotify.

Ansprechpartner am Öko-Institut

Jonathan Schreiber

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich

Ressourcen & Mobilität

Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Telefon: +49 30 405085-323

E-Mail: j.schreiber@oeko.de

Das Öko-Institut ist seit seiner Gründung vor mehr als 40 Jahren eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Es erarbeitet Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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Öko-Institut
Mandy Schoßig
Öffentlichkeit & Kommunikation
Borkumstraße 2
D-13189 Berlin
Tel: +49 30 405085-334 
m.schossig@oeko.de
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