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Patente sind die Seele vom Geschäft
Ohne Forschung und Entwicklung läuft in Salzwedel nichts - Gummiwerk setzt auf innovatives Recycling

Magdeburg (ots) - 15 Patente in 20 Jahren sind eine vorzeigbare Bilanz. Forschung und Entwicklung haben im Norden Sachsen-Anhalts einen festen Platz. Fünf Mitarbeiter der Gummiwerk KRAIBURG RELASTEC GmbH in Salzwedel forschen und tüfteln nach neuen Anwendungsmöglichkeiten für Bodenbeläge aus Gummi. Es gibt zudem Kontakte mit Hochschulen und Universitäten, um die dort vorhandenen Potenziale mit einzubeziehen. "Rund eine Million Euro investieren wir Jahr für Jahr in die Entwicklung von innovative Lösungen", sagt Geschäftsführer Georg Stockhammer. Man widerlege damit auch die These von der verlängerten Werkbank in den neuen Bundesländern.

Gegenwärtig liegt wieder eine Patentschrift zur Anmeldung vor. Stockhammer verrät nur ansatzweise, um welche Neuheit es in dem Papier geht. 2012 sollen Bodenplatten in die Fertigung gehen, die nicht nur aus recyceltem Material bestehen sondern zusätzlich mit Heizelementen ausgestattet sind. Solche Oberflächen können schließlich auch über Photovoltaikelemente erwärmt werden. Einzelheiten zu dieser Lösung bleiben noch sein Geheimnis. "Wir sind am Ball, wollen der Zeit voraus sein", versichert der Geschäftsführer. Andere Projekte zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe habe sein Unternehmen längst im Visier. Ressourcenschonung gehört zum eigenen Verständnis.

Den Schritt nach Salzwedel hat die KRAIBURG Holding nicht bereut. Gleich nach der Wende suchte sie einen Standort für die Ausweitung der Produktion. In der Altmark fand sich eine Firma, in der schon zu DDR-Zeiten Altreifen zu Granulat, so genanntem Raumehl, für neue Anwendungen verarbeitet wurden. Mit der Privatisierung blieben alle noch bestehenden 50 Arbeitsplätze erhalten und KRAIBURG legte sich ins Zeug, um die Fertigung nicht abbrechen zu lassen. Schließlich wurden bis heute knapp 25 Millionen Euro in den Ausbau des Werks investiert, allein zwei Millionen davon 2011. Von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen ist nicht falsch. Heute arbeiten 175 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung. Rund 85.000 Tonnen scheinbar nutzloser Altmaterialien werden jährlich zu neuen Produkten verarbeitet. Die effektive Fertigung für unterschiedliche Bodenbeläge ist zum Hauptgeschäft geworden. Die Verfahren stammen aus dem eigenen Haus, die notwendigen Sondermaschinen dafür wurden oft mit Unternehmen aus der Region entwickelt.

Die enge Verbindung mit dem Umfeld ist Firmenphilosophie, versichert Stockhammer. Er lobt ausdrücklich auch die gute Zusammenarbeit mit Kommune, Landkreis und Land. Kurze Wege und schnelle Entscheidungen in den Amtsstuben hätten vieles möglich gemacht. Das sei ein Vorbild für andere Standorte.

Weit mehr als 300 unterschiedliche Produkte gehören heute zum RELASTEC-Sortiment. Kundenwünsche haben dabei einen besonderen Stellenwert. "Wir gehen auf unterschiedliche Anforderungen ein und suchen technische Lösungen, die breite Anwendungen sichern", erklärt der Geschäftsführer. Der Spagat zwischen Vielfalt und kurzen Lieferzeiten sei nicht immer leicht zu bewältigen. Fast immer lassen sich Bestellungen innerhalb von acht Tagen erledigen. 30.000 Quadratmeter Lagerflächen machen das möglich.

Sport-und Elastikböden, Trittschalldämmungen, Fallschutzplatten für Spielplätze, Bautenschutz- und Matten für die Ladungssicherung sowie Schutzmatten für Schienensysteme sind ein Teil des Sortiments. Sie gehen in mehr als 60 Länder der Erde. Insgesamt liegt die Exportquote des Gummiwerks bei 78 Prozent. Dessen Erzeugnisse finden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenso wie in den USA und im gesamten europäischen Raum. Die Porsche-Arena in Stuttgart setzt auf Salzwedeler Bodenbeläge ebenso wie der internationale Flughafen in Dubai und das Grand Hyatt Hotel in Katar. Weitere finden sich auf der Harbour Bridge im australischen Sydney mit einer Spannweite von 503 Metern und im Berliner Reichstagsgebäude.

RELASTEC ist nach eigenen Angaben einer der größte Anbieter weltweit, wenn es um den Fallschutz wie beispielsweise auf Spielplätzen geht. Für Tunnelabdichtungen werden die hochbelastbaren Gummibahnen ebenso verwendet wie für die Schwingungsdämpfung von Maschinen sowie Anlagen. Selbst Pferde- oder Rinderzüchter greifen auf Bodenbeläge aus Salzwedel zurück, um ihre Ställe optimal auszustatten.

Das Salzwedeler Unternehmen gehört zur KRAIBURG Holding GmbH & Co. KG mit Sitz im bayrischen Waldkraiburg. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 1.800 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2010 einen Jahresumsatz von 380 Millionen Euro. Es wird an 13 Standorten weltweit produziert. Dazu kommen Vertriebsniederlassungen in Italien, Frankreich, Indien und China.

Autor: Klaus-Peter Voigt

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