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WAZ: Kommentar von Ulrich Reitz: Die Opposition – stark und vielfältig

    Essen (ots) - Die zweite gute Nachricht: Es gibt eine Opposition. Und was für eine. Die große Koalition braucht jedenfalls keine Minute besorgt sein, es könnte einsam um sie werden oder jemand werde es versäumen, sie zu kontrollieren. Im Gegenteil.

    Westerwelle, Gysi, Kuhn – jede Menge politische Erfahrung, rhetorisches Talent, Zivilcourage, Witz und Respektlosigkeit: eine Schwergewichts-Opposition. Wobei: Es gibt Abstufungen, die erzwungen werden durch die Regeln, die sich der Bundestag selbst gegeben hat. Auf die Kanzlerin (oder einen anderen Regierungsvertreter) kann, wenn er mag (und er wird mögen) künftig als erster Westerwelle antworten. Es wird nicht lange dauern, bis er sich den Ehrentitel Oppositionsführer erstritten hat.

    Redner Nummer drei stellt wieder die große Koalition, es folgt die Linkspartei, die mit Gysi und Lafontaine zwei Rhetoren aus Leidenschaft aufbietet. Ein guter Redner ist der, der Wirklichkeit in seinem Sinne zu verändern vermag. Sowohl Gysi als auch Lafontaine haben bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind. Nummer fünf dann wieder einer der Elefanten, dann erst die Grünen. Sie sind klarer Verlierer der Veranstaltung, werden öffentliche Aufmerksamkeit verlieren, zumal Politainment-Star Fischer fehlt.

    In der ersten großen Koalition 1966 saß nur eine kleine Opposition im Parlament: die FDP. Die große Opposition formierte sich draußen: APO und NPD. Jetzt, bei der zweiten großen Koalition, sitzt eine breit sortierte Opposition drinnen. Jeder Bürger kann sein Angebot finden. Deutschlands innerer Stabilität dürfte das nutzen.

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