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WAZ: Knallharter Kampf um Altkleider. Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Klingelt der Klüngelskerl noch? Steht der Container noch an der Ecke, wo wir die alte Strickjacke entsorgen? Es verändert sich im Bild unserer Städte einiges. Die Verwaltungen "ordnen die Entsorgung neu", wie es im Verwaltungschinesisch heißt. Auf deutsch: Sie werfen die privaten Altkleidersammler raus. Ob dies gut ist? Städte und Gemeinden haben für öffentliche Ordnung zu sorgen. Mit dem Preisboom für gebrauchte Kleider und Metalle ist auch die Zahl der gewerblichen Händler gewachsen. Manchmal im Übermaß. Sie haben hier und da den karitativen Organisationen Einnahmen genommen. Das schadet. Doch diese Republik ist marktwirtschaftlich organisiert. Wer mit alten Jeans handelt, der darf das. Daran werden die Kommunen gerade durch Bundesregierung und hohe Gerichte erinnert. Wenn kommunale Entsorger, die auch nur Geld verdienen wollen, in ihren Stellungnahmen die Vorlagen für städtische Verbotsanordnungen gegen die private Konkurrenz gleich mit entwerfen, dann ist das rechtswidrig. Viel spricht dafür, dass das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das Städten mehr Spielraum gibt, wichtige Punkte unklar lässt. Es ist zu ändern, bevor es Existenzen vernichtet.

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