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WAZ: Parteien müssen aufräumen. Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Angela Merkel hält Isolation aus. Es ist ein Vorzug ihrer DDR-Sozialisation. Wer darauf wartet, dass sie aufsteckt, weil sie eine Wahl verlor und es einsam wird, wird grau. Es lag an Fukushima und der FDP. Merkels Analyse. Einseitig, ja. Aber nicht falsch.

Die Christdemokraten schlugen sich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz tapfer. Sie hatten aufs falsche Pferd gesetzt. Die FDP ist das Drama. Wenn die Jüngeren in der FDP nicht handeln, gibt es bald nichts mehr zu retten.

Die Grünen: Sind sie noch eine Partei oder schon eine Ersatz-Religion? Eine Stimme für die Grünen ist in diesen Zeiten, nach Japan, ein Bekenntnis: Wenigstens ist die Schöpfung allen noch heilig. Es ist schwer, die Grünen zu fassen. Sie sind gegen Atom, genauso auch gegen das neue Kohlekraftwerk, Windräder oder Stromleitungen.

Sehr irdisch ist, was die CDU zu leisten hat. Sie muss definieren, wozu sie steht; wo, mit wem sie für sich Perspektiven sieht. Es ist die Frage nach den Inhalten und den Partnern. Wenn Merkel das vernachlässigt, kann sie zwar noch lange regieren, aber am Ende ihrer Amtszeit wird die CDU eine ausgezehrte Partei sein. Merkels Umgang mit der CDU ist nicht nachhaltig.

Die SPD, die Partei des neuen Minimalismus, verliert Stimmen, aber fällt die Treppe rauf. Die Wahl vom Sonntag bestätigt eine Beobachtung. Schauen wir uns die Sozis an: Kraft, Scholz, Bullerjahn, Schmid, Beck. Nüchtern, verlässlich, geerdet. Seit sie in Berlin nicht regieren, rumpelt es im Maschinenraum. Es ist eine List des Schicksals, dass die Sozis dabei sind, wenn irgendwo aufgeräumt wird. Dann klappt es auch mit den Grünen.

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