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10.11.2009 – 20:34

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Hochspannung im Strommarkt. Kommentar von Christopher Shepherd

Essen (ots)

Gut zehn Jahre nach der Liberalisierung des
Strommarktes werden mit dem Verkauf des Eon-Höchstspannungsnetzes die
Strukturen für besseren Wettbewerb geschaffen: Erstmals trennt sich 
ein Branchenriese von Teilen seines Netzes und kann Konkurrenten 
nicht mehr den Zugang zu den Leitungen erschweren.
 Verbraucher sollten jedoch nicht erwarten, dass nun die Strompreise 
purzeln. Schließlich müssen Milliarden in die Netze investiert 
werden. Das schlägt sich auf die Preise nieder. Zudem wollen RWE und 
EnBW ihre Leitungen nicht verkaufen. Das ist aber die Voraussetzung 
für eine "Deutsche Netz AG", die alle Netze bündelt. Allerdings hat 
die EU Eon mit einer angedrohten Kartellstrafe zum Verkauf bewogen. 
Auch für RWE und EnBW könnte der Druck steigen.
 Am besten wäre jedoch, Bau und Betrieb der Stromnetze europaweit 
abzustimmen. Dann könnten etwa die Probleme behoben werden, die 2006 
zum grenzüberschreitenden Stromausfall führten. Wenn dann noch die 
Strompreise durch mehr europaweiten Wettbewerb fallen, wäre dies eine
schöne Begleiterscheinung.

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