Märkische Oderzeitung

Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung kommentiert am Mittwoch, den 25. Juni 2008, die steigende Zahl deutscher Auswanderer:

    Frankfurt/Oder (ots) - Sicher, angesichts der wieder angestiegenen
Zahl von mittlerweile knapp          572 000 Zuwanderern im vergangenen
Jahr wären die 165 000 Auswanderer durchaus zu verkraften. Doch
beruhigen kann das nicht. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass
wohl kaum alle Zuwanderer - unter ihnen rund 100 000 Spätaussiedler -
sofort in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
unterkommen.

    Umgekehrt stimmt bedenklich, dass die Zahl der Auswanderer nicht nur jährlich zunimmt, sondern sich unter ihnen viele Fachkräfte befinden. Die Motive sind häufig dieselben: höhere Löhne, vergleichsweise sichere Arbeitsplätze und vor allem geringere Abgaben. Sollte jedoch der ewig beklagte Fachkräftemangel stimmen, dann ist es Besorgnis erregend, wenn die drittgrößte Wirtschaftsmacht, die schon aus Ermangelung von Rohstoffen umso mehr auf innovative Arbeitskräfte angewiesen ist, für ihre Elite nicht mehr attraktiv erscheint.

    Solange sich aber an den Arbeits-, Einkommens- und Abgabenbedingungen nichts ändert, wird sich dieser Trend wohl verstärkt fortsetzen - mit negativen Folgen für das Land. +++

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