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Hoffnung und Halt in Krisenzeiten: Große Mehrheit sieht Seelsorge als wichtige Stütze der Gesellschaft

Hannover (ots)

  • Repräsentative Umfrage: 81 Prozent sehen Seelsorge als verlässlichen Anker in schwierigen Lebenssituationen
  • Große Bekanntheit kirchlicher Angebote – auch über Kirchenbindung hinaus
  • Bischöfin Fehrs: Professionelle Seelsorge gibt mitten im Leben Orientierung

Hannover (23. April 2026). Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland misst Seelsorge eine hohe Bedeutung bei. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter 5.000 Befragten ab 18 Jahren: 81 Prozent sehen Seelsorge als verlässlichen Anker in schwierigen Lebenssituationen.

„Damit reicht die Bedeutung von Seelsorge deutlich über den Kreis der Kirchenmitglieder hinaus“, sagt die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs. „Menschen suchen verstärkt Hoffnung und Sinn, um mit Mut Krisen zu bewältigen und ihr Leben in die Hand zu nehmen.“ Deshalb sei es für die evangelische Kirche eine selbstverständliche Verpflichtung, entsprechende Angebote zu machen und zu fördern, so Bischöfin Fehrs.

Unterschiede in der Bewertung zeigen sich zwischen den Bevölkerungsgruppen: Frauen halten Seelsorge häufiger für wichtig (83 Prozent) als Männer (70 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt die Vertrautheit mit dem Angebot: Während 85 Prozent der 50- bis 64-Jährigen konkrete Vorstellungen von Seelsorge haben, sind es bei den 18- bis 29-Jährigen 67 Prozent.

Die von der EKD in Auftrag gegebene Umfrage zeigt zudem eine breite Bekanntheit kirchlicher Angebote: 84 Prozent der Befragten kennen mindestens eines von sieben abgefragten Seelsorgeformaten. Auch unter Konfessionslosen (79 Prozent) und Angehörigen anderer Religionen (86 Prozent) sind diese Angebote weitgehend bekannt. Besonders präsent sind Telefon- und Online-Seelsorge (70 Prozent), Notfallseelsorge (66 Prozent) sowie Krankenhausseelsorge (57 Prozent).

Für die Befragten ist Seelsorge vor allem in belastenden Lebenssituationen wichtig: 83 Prozent derjenigen, die Seelsorge einen hohen Wert beimessen, sehen sie als besonders bedeutsam bei Trauer an, 60 Prozent bei Krankheit, 55 Prozent bei psychischen Belastungen sowie jeweils über die Hälfte bei Einsamkeit und familiären Krisen. Entscheidend sind dabei Vertraulichkeit (59 Prozent), menschliche Nähe (56 Prozent) und wertfreies Zuhören (52 Prozent).

„Seelsorge ist die Muttersprache der Kirche“, so Bischöfin Fehrs. „Sie sorgt dafür, dass Menschen mit ihren Sorgen nicht allein bleiben – dass ihnen zugehört wird und jemand mit aushält, was schwer auszuhalten ist.“ Gerade in unsicheren Zeiten wachse der Bedarf. „Seelsorge gibt Orientierung und neue Perspektiven. Sie nimmt sich zu Herzen, was Menschen im Land auf der Seele liegt. Damit stärkt sie nicht nur den Einzelnen, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“

Die evangelische Kirche gewährleistet dafür ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Angebot: Mehr als 9.200 Pfarrerinnen und Pfarrer leisten Seelsorge in Gemeinden, über 900 weitere sind in Krankenhäusern, Hospizen und Spezialdiensten tätig. Allein über ihre Arbeit investiert die evangelische Kirche jährlich rund 190 Millionen Euro in die Seelsorge. Hinzu kommt das Engagement weiterer hauptamtlicher Mitarbeitender sowie zehntausender Ehrenamtlicher, etwa in Besuchsdiensten, der Notfallseelsorge, der Telefonseelsorge oder der Bahnhofsmission.

Hinweise:

  • Zur Studie: Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat im Auftrag der EKD vom 19. bis 22. März 2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.
  • Wie heilsam Seelsorge ist, davon überzeugte sich Bischöfin Kirsten Fehrs bei einem Besuch des Vereins „Verwaiste Eltern und Geschwister in Hamburg“. Kontakt zum Verein sowie Bild- und Tonmaterial zum Besuch stellt die Pressestelle der EKD auf Anfrage zur Verfügung.
  • Weitere Informationen mit Hintergrundtexten zum Thema Seelsorge in der evangelischen Kirche, Bildmaterial und Grafiken zur Umfrageunter www.ekd.de/pressekit-seelsorge.

Pressekontakt:

Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse@ekd.de

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