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Staatsforstbetriebe sollen EU-Naturschutz nicht untergraben!

Staatsforstbetriebe sollen EU-Naturschutz nicht untergraben!
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Offener Brief internationaler Umweltorganisationen an den Dachverband EUSTAFOR

In einem heute veröffentlichten offenen Brief fordern 25 NGOs aus 19 Ländern der europäische Verband der Staatsforstbetriebe, EUSTAFOR, auf, mit ihrer Lobbyarbeit die Umweltgesetzgebung der EU nicht länger zu untergraben. Vielmehr solle EUSTAFOR (European State Forest Association) die Interessen der Allgemeinheit vertreten und dazu beitragen, den Zustand der Wälder zu verbessern.

Die Wälder in der EU sind in einem miserablen Zustand. Jahrzehntelange, intensive Bewirtschaftung hat viele Wälder so verändert, dass sie kaum mehr sind als Baum-Plantagen. Die Verschlechterung des Waldzustands ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die EU ihre gesetzlich festgelegten Ziele in Bezug auf Klimaschutz, Artenvielfalt und Renaturierung verfehlt.

Rund 40 Prozent der Wälder in der EU befinden sich in öffentlichem Besitz. Die Bewirtschaftung öffentlicher Wälder zum Wohle der Allgemeinheit würde Natur und Gesellschaft enorme Vorteile bringen. Denn Wälder sind die grüne Lunge und die Klimaanlage der EU. Für den Arten- und Klimaschutz sind sie unersetzlich.

EUSTAFOR macht als Dachverband des europäischen Staatsforstbesitzes regelmäßig Lobbyarbeit gegen einen stärkeren Beitrag der öffentlichen Waldwirtschaft zum Naturschutz: gegen die rasche Umsetzung der EU-Entwaldungs-Verordnung, gegen ehrgeizige LULUCF-Ziele für Wald-Kohlenstoffsenken und gegen die weitere Umsetzung der EU-Waldstrategie. Die unterzeichnenden NGOs kritisieren diese rückschrittliche Lobbyarbeit und fordern, dass gerade Verwalter öffentlicher Wälder eine Vorreiterrolle beim Umwelt- und Naturschutz einnehmen sollten.

„Die Bewirtschaftung unserer Wälder muss dem Gemeinwohl dienen und darf nicht nur profitorientiert ablaufen. Wer Staatswälder bewirtschaftet, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Bislang steht in der Forstpraxis zu oft der Holzhunger über dem Naturschutz. Schadflächen werden flächendeckend geräumt, und auch der Einsatz von Gift im Wald kommt weiterhin vor“, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD.

Auch forstwirtschaftliche Positionen der deutschen Bundesländer, die Mitglied bei EUSTAFOR sind, stoßen auf Kritik, etwa deren Lobbyarbeit gegen die umfassende Novellierung des 50 Jahre alten Bundeswaldgesetzes und gegen die EU-Entwaldungs-Verordnung (EUDR). Sachsen und Hessen sind zudem aus der FSC-Zertifizierung ausgestiegen und haben sich damit öffentlichkeitswirksam von einer an sozial-ökologischen Standards ausgerichteten Waldwirtschaft abgewendet.

Kontakt:

Link:

ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V., Bundesgeschäftsstelle, Bremer Str. 3, 21073 Hamburg

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