Alle Storys
Folgen
Keine Story von BERLINER MORGENPOST mehr verpassen.

BERLINER MORGENPOST

Konsequent gegen Hass
Kommentar von Philipp Siebert zur neuen Berliner Zentralstelle Hasskriminalität

Berlin (ots)

Kurzform:

Die neue "Zentralstelle Hasskriminalität" der Berliner Staatsanwaltschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung. Durch eine ständige Ansprechbarkeit soll Opfern von Hassverbrechen signalisiert werden, dass man sie ernst nimmt und ihre Ängste nicht pauschal abtut. Jetzt muss Vertrauen geschaffen werden. Dass das Vertrauen in den Staat wieder steigt, nachdem es nicht zuletzt aufgrund der vielen Pannen bei den Ermittlungen der rechten Neuköllner Anschlagsserie gelitten hat, wäre für uns alle wünschenswert. Denn Angriffe auf Juden, Dunkelhäutige, Frauen, die Frauen lieben, oder auf Menschen, die vor Krieg und Zerstörung zu uns kommen, gehen uns alle an. Die rechten Terroranschläge von Halle und Hanau sowie der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeigen, zu welchen abscheulichen Taten ungebremster Hass führen kann.

Der vollständige Kommentar:

Beim ersten Mal ist es vielleicht nur ein dummer Spruch, weil zwei Männer händchenhaltend durch die Straßen gehen. Beim zweiten Mal werden die Worte möglicherweise kränkender, es wird gedroht und beim dritten Mal dann vielleicht sogar zugeschlagen. Wer Menschen hasst, weil sie anders sind und von irgendwelchen vermeintlichen Normen abweichen, kennt dabei oftmals keine Grenzen. Umso wichtiger ist es, dass der Staat genau diese Grenzen aufzeigt. Dass Täter zur Rechenschaft gezogen und für ihre Verbrechen verurteilt werden. Nur: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Die neue "Zentralstelle Hasskriminalität" der Berliner Staatsanwaltschaft ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Hier sollen nicht nur alle Ermittlungsbemühungen in solchen Fällen gebündelt werden. Durch eine ständige Ansprechbarkeit soll Opfern von Hassverbrechen signalisiert werden, dass man sie ernst nimmt und ihre Ängste nicht pauschal abtut. Jetzt muss Vertrauen geschaffen werden. Dass das Vertrauen in den Staat wieder steigt, nachdem es nicht zuletzt aufgrund der vielen Pannen bei den Ermittlungen der rechten Neuköllner Anschlagsserie gelitten hat, wäre für uns alle wünschenswert.

Denn Angriffe auf Juden, Dunkelhäutige, Frauen, die Frauen lieben, oder auf Menschen, die vor Krieg und Zerstörung zu uns kommen, gehen uns alle an. Hass und Hetze vergiften das Klima unserer Gesellschaft, in der der Ton seit Jahren auf bedenkliche Art und Weise rauer wird. Sie schüchtern ein, lassen Menschen verstummen und schaden letztlich der Demokratie. Dass es dabei nicht nur bei Worten bleibt, war in jüngerer Vergangenheit leider häufiger zu beobachten. Die rechten Terroranschläge von Halle und Hanau sowie der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeigen, zu welchen abscheulichen Taten ungebremster Hass führen kann.

Pressekontakt:

BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 - 878
bmcvd@morgenpost.de

Original-Content von: BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: BERLINER MORGENPOST
Weitere Storys: BERLINER MORGENPOST
  • 08.09.2020 – 20:16

    Der Senat verhakt sich / Kommentar von Gilbert Schomaker zu Konflikten im Berliner Senat

    Berlin (ots) - Kurzform: Während die Grünen vor allem eine Politik für die Bewohner der Innenstadt machen, geben sich die Sozialdemokraten als Vertreter gesamtstädtischer Interessen. Der Wahlkampf lässt grüßen. In den Konfliktfeldern verhaken sich die rot-rot-grünen Koalitionspartner zusehends. Und da, wo man sich einig ist, droht anderweitig Ungemach. Die am ...

  • 07.09.2020 – 19:52

    Vermeidbare Panne / Kommentar von Christian Latz zum Urteil über Pop-up-Radwege

    Berlin (ots) - Kurzform: Auch das Verwaltungsgericht hält Pop-up-Radwege grundsätzlich für zulässig. In den rechtlichen Feinheiten habe Günthers Verwaltung jedoch geschludert, monieren die Richter. Damit hat sich die Verkehrsverwaltung selbst ein Ei gelegt. Denn auch detaillierte Beschreibungen der Gefahrenlage sollten nicht schwer fallen. Das weiß jeder, der die ...

  • 03.09.2020 – 18:20

    Wider die Umsonstkultur - Kommentar von Gilbert Schomaker

    Berlin (ots) - Wenn es etwas kostenlos in Deutschland gibt, dann freuen sich alle. Also auf zum Jubeln über den Umsonst-Fahrtag bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der jetzt jedes Jahr am 22. September stattfinden soll. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Denn der fahrscheinlose Tag hat mehrere Denkfehler. Erstens: Es werden wieder einmal die Besitzer von BVG-Monats- und Dauerkarten bestraft. Ausgerechnet die ...