Paritätischer Wohlfahrtsverband

Hartz IV-Reform: Paritätischer fordert sozialen Arbeitsmarkt

Berlin (ots) - Anlässlich eines Fachgesprächs, zu dem die stellvertretende SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft eingeladen hatte, forderte der Paritätische Wohlfahrtsverband die Politik zu entschlossenem Engagement bei der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit auf. Der Verband fordert den Ausbau des sozialen Arbeitsmarktes sowie die gesetzliche Absicherung von Beschäftigungsunternehmen zur nachhaltigen Integration von Langzeitarbeitslosen.

"Es ist höchste Zeit, die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit zurück auf die politische Tagesordnung zu holen. Der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt der Arbeitsmarktpolitik rücken", so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Knapp eine Million Menschen seien seit über einem Jahr ohne Arbeit. Dabei handle es sich nicht in erster Linie um ein Vermittlungsproblem, Ursache seien vielmehr fehlende Arbeitsplätze und fehlende passgenaue Hilfen.

Der Verband fordert den Ausbau öffentlich geförderter, dauerhafter, sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. "Langzeitarbeitslose dürfen nicht abgeschrieben und ins Nichtstun abgeschoben werden, sondern brauchen aktive Förderung und praxisorientierte Integrationsmaßnahmen", so Schneider. Vorrang habe die Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Für die Langzeitarbeitslosen, die auf Grund individueller Vermittlungs-Handicaps oder auf Grund der regionalen Arbeitsmarktsituation keine Chance auf Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt haben, müsse der Staat Alternativen schaffen. "Da wo der reguläre Arbeitsmarkt verschlossen bleibt, muss der Staat neue Perspektiven eröffnen. Ohne einen Ausbau des sozialen Arbeitsmarktes lässt sich Langzeitarbeitslosigkeit nicht nachhaltig bekämpfen."

Die Beschäftigungsangebote dürften nicht auf zusätzliche Tätigkeiten in Nischenbereichen beschränkt bleiben. "Es ist belegt, dass die Arbeitsmarktintegration am Besten gelingt, wenn die Beschäftigung unter Marktbedingungen stattfindet. Hier sind die lokalen Akteure gefragt, passgenaue Angebote zu entwickeln", so Schneider.

Überfällig sei die gesetzliche Absicherung von Beschäftigungsunternehmen, die sich in der Praxis als erfolgreiches Modell zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen erwiesen haben. Ihre Leistung müsse anerkannt und auf eine solide gesetzliche und finanzielle Basis gestellt werden.

Von den bundesweit ca. 1000 Beschäftigungsunternehmen gehören rund 350 zum Paritätischen. Insgesamt beschäftigen die Beschäftigungsunternehmen der Freien Wohlfahrtspflege mehr als 250.000 Menschen.

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Gwendolyn Stilling,Tel.030-24636305

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