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Heimische Holzwärme ist nachhaltiger Baustein der Wärmewende

BEE-Papier: Heimische Holzwärme ist nachhaltiger Baustein der Wärmewende

Berlin, 4. März 2026: Die Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzen bei der Wärmeversorgung neben Erneuerbaren auch auf fossiles Gas und Öl. Diese Strategie ist angesichts der Abhängigkeit von Energieimporten und der instabilen geopolitischen Lage riskant. Der aktuelle Konflikt in der Golfregion lässt die Preise für Öl und Gas weltweit nach oben steigen. Eine konsequente Wärmewende würde diesen Effekt abmildern.

Die Wärmeversorgung sollte stärker auf die Nutzung von heimischen erneuerbaren Energieträgern fokussiert werden. Vor allem die Potenziale der Holzenergie werden aktuell nicht ausreichend gewürdigt. Holz ist in Deutschland traditionell ein wichtiger Energieträger im Wärmesektor. In den vergangenen Jahren ist die energetische Nutzung von Holz jedoch in den Fokus einer kontroversen Debatte gerückt. Der BEE legt in einem Positionspapier den aktuellen Stand zur Waldnutzungsdebatte dar und verdeutlicht, dass die energetische Verwertung von Holz bei nachhaltiger Waldnutzung, wie sie in Deutschland der Fall ist, gleichermaßen einen Beitrag zur Waldpflege und zur Wärmewende leisten kann.

„Wer Holzenergie pauschal infrage stellt, verkennt die Realität unserer Wälder und erschwert aktive Waldpflege, Klimaanpassung und regionale Wertschöpfung“, erklärt BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. „Nachhaltig bewirtschaftete Wälder sind resilienter und leisten einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.“

Angesichts von Dürre, Stürmen und Borkenkäferbefall brauchen Wälder verstärkt Pflege. Aktiv bewirtschaftete Wälder sind belegbar klimaresilienter als Bestände, die sich selbst überlassen werden. Waldmanagement und -umbau hin zu artenreichen Mischwäldern senken das Risiko von Waldbränden, erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Extremwetter und fördern die CO₂-Aufnahme.

Entscheidend für die Nachhaltigkeit der Holzenergie ist der Blick auf den Wald als Gesamtsystem. In Deutschland wächst über einen langen Zeitraum gesehen mehr Holz nach, als genutzt wird, auch wenn dies sich zu einzelnen Zeiträumen anders darstellen kann. Wie die letzte Bundeswaldinventur (BWI 4) zeigt, ist der Vorrat im Wald über die letzten zehn Jahre stabil gewesen. Zudem würde nicht genutztes Holz im Wald verrotten und dabei CO₂ freisetzen – allerdings ohne fossile Energien zu ersetzen. Von den insgesamt durch erneuerbare Energien vermiedenen rund 249 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen im Jahr 2024 entfielen 40 Millionen Tonnen auf den Wärmesektor – und davon 25 Millionen Tonnen auf Holz. Zum Vergleich: Der CO₂-Ausstoß von schweren Nutzfahrzeugen und Bussen im Straßenverkehr lag im gleichen Zeitraum bei 37 Millionen Tonnen.

Holzenergie ist bereits heute ein zentraler nachwachsender Energieträger im Wärmesektor. 2024 wurden 61 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland aus Holz gewonnen. Gerade im Gebäudebestand, in ländlichen Räumen und in Wärmenetzen sorgt Holzenergie für bezahlbare, verlässliche und heimische Wärme – unabhängig von Energieimporten.

Wichtig ist zu betonen: In der Praxis wird hochwertiges Holz zuerst für Bau und Möbel genutzt. Energetisch verwertet werden überwiegend Rest- und Nebenprodukte, die für andere Anwendungen nicht geeignet sind. Dagegen würden überzogene Vorgaben zur Kaskadennutzung funktionierende Märkte stören und Investitionen gefährden – ohne ökologischen Mehrwert.

"Holz- und Waldwirtschaft sind über Jahrhunderte gewachsene Branchen, die den Rohstoff Holz von jeher sinnvoll und nachhaltig nutzen - auch für Holzwärme. Heimische erneuerbare Energieträger gewinnen angesichts geopolitischer Krisen an Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Deshalb braucht es verhältnismäßige und praxistaugliche Regeln. "Zusätzliche Bürokratie und pauschale Verbote werden den vielfältigen Anwendungsbereichen von Holzwärme nicht gerecht”, so Heinen-Esser weiter.

Das Positionspapier zur energetischen Holznutzung finden Sie unter diesem Link.

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
Denise Schöwing
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
 presse@bee-ev.de
Tel: 030 2758170 -16 & 0151 17123011
Fax: 030 2758170 -20
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