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Mitteldeutsche Zeitung: zu Fall Sürücü

    Halle (ots) - Allein der Umstand, dass die Familie das Sorgerecht für den Sechsjährigen beansprucht, muss nach hier geltendem Verständnis von Recht und Moral als Provokation aufgefasst werden. Schließlich sind zwei weitere Brüder des Opfers nur mangels Beweisen einer Verurteilung entgangen, der Jüngste nahm den so genannten Ehrenmord auf seine Kappe. Bei allem Respekt vor kulturellen Grenzen - ein Freibrief, das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung durch Willkür und Selbstjustiz außer Kraft zu setzen, lässt sich daraus eben nicht ableiten. Das gilt auch für den Anspruch der Familie auf Hatun Sürücüs Kind. Damit wird nicht dem "Krieg der Kulturen" das Wort geredet. Es ist eine Frage der Menschlichkeit.

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