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Mitteldeutsche Zeitung: zur BND-Affäre

Halle (ots) - Vier Wochen lang hat die SPD auf Gabriels Geheiß vielstimmig und aus voller Kehle ein Lied geträllert, das aus zwei Zeilen bestand: "Nieder mit dem Kanzleramt!" Und: "Her mit der Selektorenliste!" Letztere sollte von der Regierungszentrale veröffentlicht werden. Doch jetzt ist davon keine Rede mehr. Jetzt halten es die Sozialdemokraten plötzlich für einen gangbaren Weg, einen Ermittlungsbeauftragten einzusetzen, der die Liste einsehen soll. Dieser würde dann restriktiv seinen Eindruck an Parlamentarier wiedergeben, die hinterher nicht darüber reden dürften. Eine Veröffentlichung ist das nicht. Zwischen der SPD-Rhetorik und dem Ergebnis klafft eine Lücke so tief wie der Grand Canyon.

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