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Lausitzer Rundschau: zu: Studie über junge Ostdeutsche

    Cottbus (ots) - Junge Ostdeutsche empfinden zunehmende Distanz zum politischen und gesellschaftlichen System der Bundesrepublik. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, bei der Sachsen seit ihrer Kindheit in der späten DDR über die Wende bis heute begleitet worden sind. Überraschend, ehrlich gesagt, ist dieses Fazit nicht. Dass der deutsche Staat von großen Konzernen beherrscht wird, wie die überwältigende Mehrzahl der Befragten kritisiert hat, ist eine Meinung, die auch aus dem Munde von zahlreichen ostdeutschen Rentnern auf der Straße zu hören ist. Eine Frage des Alters ist diese Sichtweise nicht - aber auch keine von Ost oder West. In den alten Bundesländern schimpfen ebenfalls Tausende, wenn nicht Millionen von Menschen über einen anscheinend schrankenlosen Kapitalismus, der das Land im Griff hat. So sprechen sie in den Warteschlangen der Jobcenter bei Hartz-IV-Demos, doch genauso auf Parties oder in der Kneipe. Eine Frage der Bildung ist solches Klagen ebenfalls nicht, die Unzufriedenheit zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, vom Hauptschüler bis zum Akademiker mit Doktorhut, nur würde sie von letzterem wohl etwas differenzierter formuliert. So lange es Politik und Wirtschaft nicht schaffen, mehr statt immer weniger Arbeitsplätze, Wohlstand und gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen, so lange wird auch die Distanz zum System der Bundesrepublik in der Bevölkerung eher zu- als abnehmen. Und zwar nicht nur bei jungen Ostdeutschen.

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