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Lausitzer Rundschau: Lausitzer Rundschau zur Entführung von Susanne Osthoff im Irak: Eine von uns

    Cottbus (ots) - Susanne Osthoff ist im Irak nicht wegen ihrer eigenen Lebensgeschichte verschleppt worden. Sie wird nicht mit dem Tode bedroht, weil sie vor vielen Jahren in jenes Land gekommen war, es lieben gelernt hat und auch in schweren Zeiten dort geblieben ist. Ihr Leben ist ganz ausschließlich deswegen in Gefahr, weil sie eine Deutsche ist. Weil sie eine von uns ist, setzt jetzt dieses unmenschliche Geschachere um ihre Freilassung ein, das die Täter der Bundesregierung aufzwingen. Die politischen Forderungen der Entführer sind vage genug und deswegen auch besteht die Hoffnung, dass die Bande letztlich vor allem die Zahlung eines Lösegeldes anstrebt. Aber nach all den Schreckensbildern aus dem Irak kann auch keiner ausschließen, dass die Frau aus Bayern ermordet wird, weil ihre Entführer wieder einmal beweisen wollen, dass sie zum Erreichen ihrer Ziele über Leichen gehen müssen. Die Frau hätte ja wissen können, was ihr da blüht, wird mancher jetzt sagen. Und ist ihr Drama nicht auf eine verfehlte Politik zurückzuführen, denn schließlich habe mit dem Krieg der USA auch das Morden begonnen? Die Entführer setzen genau auf solche falschen Argumente. Sie wollen keine Ausländer, keine Zeugen mehr in dem Land, das von ihrem Terror regiert werden soll. Sie wollen mit dem Verweis auf die anhaltende amerikanische Besatzung ablenken von ihren eigenen unmenschlichen Machtgelüsten. Sie hoffen darauf, dass wir uns angewidert abwenden. Wir alle zusammen aber, wir hier in Deutschland, werden sie eines Besseren zu belehren haben. Unsere Botschaft muss eindeutig sein. Susanne Osthoff hat ein Recht darauf, im Irak zu leben, so wie bei uns auch viele Iraker leben. Sie hat ein Recht darauf, den Menschen zu helfen, denen sie helfen will. Wer sich an ihr vergreift, vergreift sich an uns allen. Er kann nicht mit Verständnis oder auch nur mit Gleichgültigkeit rechnen. Jetzt, wo wir sie alle kennen, Susanne Osthoff, diese missbrauchte, erniedrigte und doch so überaus mutige Frau, jetzt ist sie mehr denn je eine von uns.


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