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dena-Studie Biomass to Liquid (BTL): Deutschland auf dem Weg ins Zeitalter der Biokraftstoffe

    Berlin (ots) - Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) beginnt eine Studie zur Produktion von Biokraftstoffen in Deutschland. Sie soll klären, wie ab 2010 synthetischer Kraftstoff aus Biomasse - englisch: Biomass to Liquid (BTL) - mit einer großtechnischen Anlage erzeugt werden kann. Auftraggeber sind die Bundesregierung sowie Unternehmen aus Automobilindustrie, Mineralölwirtschaft und Anlagenbau. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte 2006 vorliegen.

    "BTL könnte eine Schlüsseltechnologie für den Verkehr im nächsten Jahrzehnt werden", sagt dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Im Vergleich zu herkömmlichem Diesel bringen BTL-Kraftstoffe eine CO2-Minderung von bis zu 90 Prozent. Das Potenzial für BTL-Kraftstoffe liegt bei 20 bis 25 Prozent des gesamten Kraftstoffbedarfs in Deutschland. Auch im Preis wird der Biokraftstoff eine attraktive Alternative bieten."

    Mit der Projektentwicklung will die dena potenziellen Investoren aus Wirtschaft und Politik eine verlässliche Entscheidungsgrundlage liefern. Untersucht werden die Möglichkeiten zur Gewinnung von Biomasse, der Stand der BTL-Technologie, das Verhältnis von Kosten und Nutzen, Förder- und Finanzierungsmodelle sowie mögliche Standorte für die großtechnische Produktion. Geplant ist eine Anlage mit einer Kapazität von 200.000 bis 400.000 Tonnen pro Jahr - das entspricht etwa 250 bis 500 Millionen Liter BTL-Kraftstoff und ersetzt etwa 232,5 bis 465 Millionen Liter Diesel.

    Wirtschaftlich bietet BTL große Möglichkeiten. Deutschland nimmt derzeit eine Spitzenposition in der Entwicklung dieser Technologie ein. Daraus können in Zukunft neue Exportmärkte und Arbeitsplätze entstehen. Aufgrund der steigenden Ölpreise und des fortschreitenden Klimawandels wächst der Bedarf an alternativen Kraftstoffen weltweit. Mit einer leistungsfähigen Wasserstoffversorgung ist aber erst ab 2020 zu rechnen. "Umso wichtiger ist es, mit BTL eine Brücke ins Wasserstoffzeitalter zu schlagen", sagt Kohler.

    Anders als beim Biodiesel können bei der BTL-Technologie verschiedenste pflanzliche Rohstoffe vollständig verwertet werden, von Holz- und Bioabfällen bis hin zu eigens für die Kraftstofferzeugung angebauten Energiepflanzen. In Pilotanlangen wurden bisher verschiedene Herstellungsverfahren getestet. Dabei wird die Biomasse erst in ein synthetisches Gas umgewandelt. Dieses Gas wird dann in einem Syntheseverfahren zu flüssigem Kraftstoff verarbeitet, der ohne weitere technische Änderungen in herkömmlichen Dieselfahrzeugen eingesetzt werden kann.

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