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Die Natur ist eine Regenbogen-Party
Käfer zeigen als artenreichste Insektengruppe der Welt, wie wertvoll Vielfalt ist

Hamburg (ots)

Manche sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, andere groß wie eine Handfläche. Einige tragen Hörner, andere markante Mundwerkzeuge. Die einen sind Tarnkünstler, die nächsten haben wirkungsvolle Abwehrmechanismen entwickelt, wieder andere leuchten in den schillerndsten Tönen – mit weltweit rund 400.000 Arten repräsentieren Käfer Vielfalt wie kaum eine andere Tiergruppe. In Deutschland sind derzeit etwa 7.000 Käferarten bekannt.

„Käfer sind die artenreichste Insektengruppe der Welt – und gleichzeitig eine oft übersehene. Dabei übernehmen sie Aufgaben, auf die unzählige Ökosysteme angewiesen sind“, sagt Anja Proske, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Käfer zersetzen totes Material, belüften den Boden, kurbeln den Nährstoffkreislauf an und halten manche Blattlaus vom Gartengemüse fern. Was alle Arten gemeinsam haben, sind sechs Beine, zwei Fühler und verhärtete Vorderflügel – die sogenannten Deckflügel. Sie sind zumeist hart wie ein kleiner Panzer und schützen das hintere Flügelpaar, mit dem die meisten Käferarten auch abheben. Nicht alle Arten können fliegen, doch ist jede auf ihre Weise besonders.

Der bekannte Hirschkäfer (Lucanus cervus), der seinen Namen den großen, geweihähnlichen Oberkiefern der Männchen verdankt, kann bis zu neun Zentimeter lang werden. Damit ist er nicht nur der größte Käfer Deutschlands, sondern auch Europas. Besonders weit springen können die winzigen Flohkäfer: Mit einem einzigen Hops überwinden sie eine Distanz, die dem Hundertfachen ihrer Körperlänge entspricht. So machen sie sich schnell aus dem Staub, wenn Feinde nahen. Der Große Bombardierkäfer (Brachinus crepitans) setzt auf eine andere Schutztaktik: Mit einem Knall schießt er ein heißes, ätzendes Wehrsekret aus seinem Hinterleib – inklusive einer kleinen Gaswolke.

Ein wahrer Kraftprotz unter den bunten Krabblern ist der Stierkopf-Dungkäfer (Onthophagus taurus). Er schafft es, das Tausendfache seines eigenen Körpergewichts zu ziehen. Diese Stärke nutzt er, um riesige Mengen frischen Tierkot zu transportieren. Kein Grund zum Naserümpfen, denn der Dungkäfer versorgt damit seinen Nachwuchs: Er trägt den Haufen in selbst gegrabene unterirdische Gänge, legt ein Ei hinein – und wenn die Larve schlüpft, ist das Buffet schon angerichtet. „Arten wie der Stierkopf-Dungkäfer sind wichtig für gesunde Wälder. Manche Käfer beseitigen auch Aas. So mindern sie das Risiko, dass sich Krankheiten ausbreiten“, erklärt Proske.

Die Tierwelt ist faszinierend und bunt. Der heimische Regenbogen-Blattkäfer (Chrysolina cerealis) trägt seine Farbenpracht sogar im Namen. Vollgepackt mit tierischer Vielfalt und noch mehr spannenden Infos ist die neue Käfer-Rallye der Deutschen Wildtier Stiftung. Abrufbar über die App „Actionbound“, nimmt die digitale Schnitzeljagd Naturfans mit auf die Spuren der unterschätzten Krabbler, quer durch den Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Sie verrät, welcher Käfer einen ganzen Frosch verspeisen kann, wie flott die allerschnellsten Exemplare unterwegs sind und warum die Punkte des Marienkäfers nichts mit seinem Alter zu tun haben. Die Tour ist eine von insgesamt zwölf Stadtnatur-Rallyes der Deutschen Wildtier Stiftung für Berlin.

Hier geht es zur Rallye: https://actionbound.com/bound/den-kaefern-hinterher-in-charlottenburg-wilmersdorf


Pressekontakt:

Jenifer Calvi
Pressereferentin
Deutsche Wildtier Stiftung
Lucy-Borchardt-Straße 2
+4940970786914
j.calvi@DeutscheWildtierStiftung.de

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