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06.09.2002 – 11:02

kbv Kassenärztliche Bundesvereinigung

KBV und Kassen einigen sich über Darmkrebs-Vorsorge
Darmspiegelung wird Vorsorgeleistung - mit neuer Richtlinie zur Qualitätssicherung

    Berlin (ots)

Die Darmkrebsvorsorge in Deutschland wird verbessert. Ab dem 1. Oktober 2002 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Versicherte ab dem 56. Lebensjahr zwei Spiegelungen des gesamten Dickdarms (Koloskopien) im Abstand von 10 Jahren. Für die neue Leistung im GKV-Katalog gelten strenge Qualitätsrichtlinien. "Das ist ein großer Erfolg für die Krebsprävention in Deutschland", sagte Dr. Manfred Richter-Reichhelm, Erster Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in Berlin.

    Auf vier Säulen stützt sich die Qualitätssicherung bei der präventiven Koloskopie. 200 Koloskopien und 50 Polypektomien müssen Ärzte durchgeführt haben, bevor sie diese Leistung mit den Kassen abrechnen können. Sie müssen regelmäßig mindestens 200 Darmspiegelungen und zehn Polypektomien im Jahr vornehmen. Ihre Praxis muss auf Notfälle im Zusammenhang mit dem Eingriff vorbereitet sein und Hygiene-Maßstäbe erfüllen, die an Richtlinien des Robert-Koch-Instituts und des Pettenkofer-Instituts angelehnt sind. Darauf einigten sich KBV und Kassen am Mittwoch.

    Die präventive Koloskopie wird extrabudgetär in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Außerdem wird die pro Quartal für die kurative Koloskopie zur Verfügung stehende Honorarsumme im vierten Quartal 2002 um 0,05 Prozent erhöht. Im ersten Quartal 2003 folgt eine Erhöhung um 0,1 Prozent. "Die Finanzierung der präventiven Koloskopie geht nicht auf Kosten anderer Leistungen im EBM. Sie wird mit einem festen Punktwert vergütet. Wir sind erleichtert, dass eine medizinisch sinnvolle Leistung nicht den Druck durch die noch bestehenden Praxisbudgets erhöht", betonte Richter-Reichhelm. Die zusätzliche Vergütung hatte der Vorstand der KBV vergangene Woche mit den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt.

    Dickdarmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Rund 55.000 Menschen erkranken jedes Jahr daran. Nach Expertenmeinung sind ab dem 56. Lebensjahr Darmspiegelungen im 10-Jahres-Abstand die effektivste Maßnahme, um Darmkrebs früh zu erkennen und wirkungsvoll zu behandeln. Die Methode gilt als effektiver als die Laboruntersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl. Wenn eine Darmkrebserkrankung rechtzeitig erkannt wird, sind die Heilungschancen sehr gut.

ots Originaltext: KBV
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