ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Medien-Info: Eisenbahntarifvertrag: ver.di weist Arbeitgeberangebot als unzureichend zurück
Eisenbahntarifvertrag: ver.di weist Arbeitgeberangebot als unzureichend zurück
Beim zweiten Verhandlungstermin zum Eisenbahntarifvertrag (ETV) – für gut 30 private Verkehrsunternehmen mit insgesamt knapp 6.000 Beschäftigten – sind die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Arbeitgeber am gestrigen Montag ohne Ergebnis auseinandergegangen. Das vom Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) vorgelegte Angebot hat ver.di als unzureichend zurückgewiesen. „Statt Wertschätzung bekommen die Beschäftigten Verzögerungen, Kürzungen und Verschlechterungen serviert“, kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Andreas Schackert. Leider seien die Arbeitgeber nicht bereit gewesen, im Laufe der Verhandlungen auf die geforderten Verschlechterungen zu verzichten. Die ver.di-Tarifkommission habe daraufhin entschieden, die Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen zu prüfen.
„Angesichts der angespannten Personalsituation im Eisenbahn- und Verkehrssektor und der hohen Anforderungen ist es notwendig, die Einkommen und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern“, sagte Schackert weiter. ver.di fordert auf Grundlage einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung eine Erhöhung der Monatsentgelte um 6,5 Prozent für alle, dabei 100 Euro monatlich mehr für Auszubildende sowie eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro nur für ver.di-Mitglieder, um deren ehrenamtliches Engagement für bessere Tarife und Arbeitsbedingungen zu würdigen. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.
Das Angebot der Arbeitgeber sieht bei einer Laufzeit von 28 Monaten eine Einmalzahlung von 270 Euro vor; eine erste Entgelterhöhung soll es mit 2,8 Prozent erst am 1. Dezember 2026 geben, und eine zweite mit 2,2 Prozent am 1. Januar 2028. Hinzu kommen die geforderten Verschlechterungen im Manteltarifvertrag, darunter eine Aufweichung des Kündigungsschutzes. Schackert: „Das Angebot ist keine Wertschätzung, sondern eine Provokation.“
Der Eisenbahntarifvertrag (ETV) gilt für mehr als 30 Unternehmen in Deutschland, die Schienengüterverkehr, Schienenpersonenverkehr oder Straßenpersonenverkehr (ÖPNV) betreiben. In der letzten Tarifrunde hatten sich Beschäftigte aus folgenden Unternehmen an Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt: Albtalverkehrsgesellschaft (BW), HGK Köln / Rheincargo (NW), Kahlgrund Verkehrsges. Schöllkrippen (BY), Mindener Kreisbahn (NW), Overbergische Verkehrs-AG (NW), Regiobus Hannover (NI), SWEG (BW), Verkehrsbetriebe Kreis Plön (SH), Wanne-Herner Eisenbahn (NW).
Für Rückfragen: Andreas Schackert, ver.di-Verhandlungsführer, mobil +49 160 98129455
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Richard Rother ver.di-Bundesvorstand Paula-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin Tel.: 030/6956-1011, -1012 E-Mail: pressestelle@verdi.de www.verdi.de/presse