ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Medien-Info: ver.di-Warnstreiks im Handel: Tausende Kaufland-Beschäftigte treten am Donnerstag bundesweit in den Streik
Ver.di-Warnstreiks im Handel: Tausende Kaufland-Beschäftigte treten am Donnerstag bundesweit in den Streik
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in der Tarifrunde für den Handel am Donnerstag (25. Juni 2026) erneut Tausende Beschäftigte zu Warnstreiks auf – Schwerpunkt sind unter anderem Filialen des Handelskonzerns Kaufland, der zur Schwarz-Gruppe gehört. „Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland. Seine Beschäftigten haben sein Milliardenvermögen durch ihren Fleiß mit erarbeitet – aber ihr eigener Lohn reicht oftmals nicht bis zum Monatsende“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel. „Bei diesem Konzern wird das Missverhältnis zwischen hohen Gewinnen und niedrigen Löhnen besonders deutlich: Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb Kaufland seine Beschäftigten nicht mit fairen Entgeltsteigerungen am Erfolg beteiligt.“
Beschäftigte aus mehr als hundert Kaufland-Filialen adressieren daher in dieser Woche ihre Forderungen nach mehr Lohn an den Arbeitgeber: sieben Prozent mehr im Monat, mindestens aber 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. „Jeden Tag werden im Handel als beschäftigungsstärkster Privatbranche Milliardenumsätze gemacht – aber viele Kolleginnen und Kollegen können sich kaum den eigenen Einkauf leisten“, sagte Gewerkschafterin Zimmer. „Das ist nicht hinnehmbar.“
Kaufland-Vertreter sitzen in vielen Landesbezirken mit an den Verhandlungstischen. „Damit hat Kaufland ein großes Gewicht in den Arbeitgeberkommissionen und ist für das bisherige inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Nullmonaten und Reallohnverlusten mitverantwortlich“, sagte Zimmer. Allein im Jahr 2024 habe Dieter Schwarz sein Vermögen um rund 4,2 Milliarden Euro vergrößern können – eine Summe, mehr als doppelt so hoch wie die gesamten Personalkosten bei Kaufland in Deutschland, für mehr als 90.000 Beschäftigte.
Die nächsten Verhandlungstermine sind für Freitag (26. Juni 2026) angesetzt: für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg.
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Eckdaten:
Der Handel macht in Deutschland 2,17 Billionen Euro Gesamtumsatz (vorläufige Zahlen Destatis für 2025), davon 823 Milliarden Euro im Einzelhandel und 1,35 Billionen Euro im Groß- und Außenhandel. 82,9 Milliarden Euro davon sind reiner Gewinn, davon 25 Milliarden Euro im Einzelhandel und 57,9 Milliarden Euro im Groß- und Außenhandel. Eine Kauffrau / ein Kaufmann im Einzelhandel ab dem 6. Berufsjahr verdient rund 3.219 Euro brutto (Beispiel NRW). Eine Kauffrau / ein Kaufmann im Groß- und Außenhandel verdient ab dem 7. Tätigkeitsjahr 3.394 Euro brutto (Beispiel NRW).
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