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Rheinische Post: Die Angst vor Berlusconi

Düsseldorf (ots)

Von Thomas Reisener
Wie auch immer der Poker um ProSiebenSat.1 ausgeht  der Gewinner 
steht fest. Es ist der amerikanische Milliardär Haim Saban, der 2003 
gegen den Strom geschwommen ist, als im Echo der geplatzten 
Internet-Blase sämtliche Medienaktien im freien Fall waren. Da kaufte
er die ungeliebten Kirch-Aktien für 7,50 Euro je Stück. Drei Jahre 
später wollte Springer dafür schon 23,70 Euro bezahlen. Und durfte 
nicht, weil die Kartellbehörden zu viel Medienmacht in einer Hand 
befürchtet haben. Nun fürchten alle Berlusconi. Den kann das 
Kartellamt nicht verhindern. Rechtlich wäre sein Mehrheits-Einstieg 
wohl nur noch über ein Beteiligungsgesetz wie in Frankreich oder den 
USA möglich, wo Ausländer maximal 49 Prozent an TV-Konzernen halten 
dürfen. Aber ein solches ohnehin schwer begründbares Gesetz aus 
gegebenen Anlass durchzupauken hieße, Berlusconi mit den Mitteln 
seiner eigenen Regentschaft zu bekämpfen. Dann soll er die Sender 
doch lieber kaufen. Die Gefahr, dass er sich auf diesem Weg auch in 
Deutschland in hohe politische Ämter quasselt, besteht ja nicht. 
Seine ärgerlich seichten Programmangebote werden das Bildungsniveau 
zwar nicht heben. Aber viel schlimmer als manches, was heute schon 
auf ProSieben & Co. zu sehen ist, sind sie auch nicht. Und 
schließlich bleibt ja immer noch die Fernbedienung . . .

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