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Rheinische Post: UN verlässt Libanon

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Die Uno räumt ihre Beobachtungsposten im Süden des Libanon. Das ist aus mehreren Gründen konsequent. Vor wenigen Tagen wurden vier UN-Blauhelme durch israelische Bomben getötet. Um weitere solche Vorfälle zu vermeiden, ist es klug, sich aus den umkämpften Gebieten zurückzuziehen. Die Uno hatte dort sowieso nicht schlichten können. Sie bilanzierte Übergriffe von beiden Seiten. Doch in all den Jahren einer Uno-Präsenz hat diese Buchführung zu nichts geführt. Das lag weniger an der Unfähigkeit der Truppe, sondern eher an dem gewollt machtlosen Mandat, das der UN-Sicherheitsrat der Truppe in den Tornister gepackt hatte. Ein wesentlicher Abzugsgrund ist außerdem das Ende des Mandats zum 1. August. Es sieht nicht so aus, dass der Sicherheitsrat noch eine Verlängerung anstrebt. Der Ruf nach einer robusten Truppe, die eingriffswillig sein muss, wird lauter. Doch eine internationale Truppe, die die Israelis und die Hisbollah vom Schlagabtausch abhalten könnte, wird zwangsläufig Kampfpartei. Ihre Mission wäre nicht friedenserhaltend, sondern Frieden schaffend. Das kann überaus blutig werden, wenn sie die Resolution 1559 durchsetzen und die Hisbollah entwaffnen soll. Die Suche nach einem Weg aus diesem Dilemma wird lang.

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