Rheinische Post

Rheinische Post: Landis und die Tour de Farce - Von ROBERT PETERS

    Düsseldorf (ots) - Zu Beginn der Tour de France haben die Doping-Fahnder Zeichen gesetzt. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass die Radsport-Prominenz von Ivan Basso bis Jan Ullrich aus dem Verkehr gezogen wurde. Gutgläubige Zeitgenossen hielten das für ein gutes Zeichen. Sie erwarteten eine saubere Tour.

    Wie müssen sie sich nun betrogen fühlen. Ausgerechnet der Sieger der Frankreich-Rundfahrt, der US-Amerikaner Floyd Landis, hat sich mit einer tüchtigen Dosis Testosteron zu seinem viel beachteten Gewaltritt über die Alpen aufgeschwungen. Das war dumm, weil er wahrlich damit rechnen musste, kontrolliert zu werden. Das war skrupellos, weil er die Prinzipien des Fairplay verraten hat. Und es zerrt den gesamten Radsport wieder einmal ins Zwielicht. Erneut darf mit Recht gefragt werden, ob überhaupt jemand sauber an der Spitze mitfahren kann. Nie lag die Annahme so nah, dass die gesamte Branche verseucht ist. Die merkwürdigen Ausweich-Manöver von Jan Ullrich nähren den Verdacht ebenso wie zahlreiche Veröffentlichungen über Lance Armstrong, den Landsmann von Landis, der die Tour sieben Mal in Folge ohne ernsthafte Zeichen menschlicher Schwäche gewonnen hat. Landis hat aus der Tour de France eine Tour de Farce gemacht. Schade um die vielen jungen Radfahrer, die drei Wochen ihre Idole am Fernseher bestaunt haben.

Rückfragen bitte an:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Rheinische Post

Das könnte Sie auch interessieren: