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Rheinische Post: Jury ohne NRW

    Düsseldorf (ots) - Von Detlev Hüwel

    Für das Land NRW sitzt Kultur-Staatssekretär Grosse-Brockhoff in jener Düsseldorfer Jury, die den Heine-Preis vergibt. Diesmal ist die Entscheidung für Peter Handke ausgefallen - doch das Land war nicht dabei. Man darf rätseln, warum Grosse-Brockhoff der Runde fernblieb. Terminnöte waren es wohl nicht. Man weiß, dass sein Verhältnis zum Oberbürgermeister und Jury-Mitglied Erwin äußert gespannt ist. Wenn das der Grund sein sollte: Hätte Grosse-Brockhoff dann nicht beizeiten seinen Sitz für einen anderen NRW-Vertreter freimachen sollen? Tatsache ist jedenfalls, dass die Landesregierung eine Chance verpasst hat, ihren Standpunkt zu verdeutlichen. Immerhin herrscht weitgehend Einmütigkeit darüber, dass zumindest zum jetzigen Zeitpunkt eine Auszeichnung des sonderbaren politischen Beobachters nicht angebracht ist, sich geradezu verbietet. Weil man eben nicht zwischen dem schriftstellerischen Werk und den skurrilen politischen Botschaften Handkes trennen kann. Düsseldorf und seine Jury haben sich in der Causa Handke wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Doch noch ist es nicht zu spät: Der Rat der Landeshaupstadt könnte die Preisverleihung ausbremsen. Das wäre natürlich eine schallende Ohrfeige für Erwin.

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