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Rheinische Post: Türkei macht mobil

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Die Türkei steht vor schwierigen Wochen. Die im Südosten angelaufene Großoffensive gegen kurdische Separatisten kann aus dem Ruder laufen und Nachbarländer mit in den Strudel der Gewalt ziehen. Ziel der Militärs ist es, die PKK zu vernichten. Doch dieses Ziel ließ sich bisher militärisch schon nicht erreichen. Die PKK und die von ihr abgesplitterten-Gruppierungen haben in den letzten Jahren neue Strategien entwickelt, die es den Militärs schwer machen werden, sie rasch zu besiegen. Die Rebellen sind besser ausgerüstet und bewaffnet. Sie werden ihren Terror in dem Maße nach Westen tragen, in dem die Armee im Osten den Kurden das Leben schwer macht. Die Gefahr ist, dass sich die Auseinandersetzung in den Norden Iraks ausdehnen und die dortige Autonomie bedrohen könnte. Sie war schon früher den Generälen in Ankara ein Dorn im Auge, denn sie sahen dort den Keim eines unabhängigen Kurdenstaates und empfanden dies als eine Ermutigung für die Kurden der Türkei. Doch sollte der Funke auf den Nordirak überspringen, dann wird der Irak als Einheit unter der Zentralgewalt Bagdads nicht länger zu halten sein. Dann bricht mit Sicherheit ein neuer Krieg aus, von dem die Türkei nicht weiß, ob sie ihn gewinnen wird.

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