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14.10.2005 – 20:05

Rheinische Post

Rheinische Post: Holland in Angst

    Düsseldorf (ots)

Von Godehard Uhlemann

    Die Niederländer spüren Terrorangst. Dass dieses Gefühl inzwischen weltweit zunimmt, kann dort strapazierte Nerven nicht beruhigen. Der Regierungssitz und das Parlament in Den Haag werden abgeriegelt, Razzien in drei Städten, am Ende sieben Festnahmen - Anschlagsgefahr. Die auf ihre Freiheit und ihre liberale Lebenseinstellung so stolzen Nachbarn erkennen, dass ihre Integrations- und Einwanderungspolitik der letzten Jahre der direkte Weg in die Sackgasse war. Der Mord am Regisseur Theo van Gogh durch einen radikal-islamischen, marokkanisch-stämmigen Niederländer vor gut einem Jahr hat die Gesellschaft verändert. Parallelgesellschaften waren seit langem entstanden, die sich nun unversöhnlich gegenüberstehen. Erneute Morddrohungen gegen zwei islamkritische Abgeordnete. Der Mythos vom gelungenen Integrationsmodell ist längst entzaubert - ohne Schadenfreude. Nun wird die Integrationspolitik revidiert, die Politik rückt nach rechts, Asylbewerber werden abgeschoben, Schulpläne durchforstet und Sprachkurse gefordert. Doch es geht nicht nur um ein niederländisches Problem. Europa ist gefordert. Sein Wertekanon ist exemplarisch. Den müssen alle bejahen. Auch Ausländer. Sonst sind sie falsch hier.

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