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28.03.2019 – 20:34

Rheinische Post

Rheinische Post: Kommentar: Verbreiteter Missbrauch

DüsseldorfDüsseldorf (ots)

Je mehr Details im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde bekannt werden, desto unfassbarer ist, wie lange die Täter unentdeckt blieben. Einem Bericht des NRW-Familienministeriums zufolge waren daran offenkundig nun auch noch Doppel-Zuständigkeiten der Jugendämter in NRW und Niedersachsen schuld. Während die Nordrhein-Westfalen das Kindeswohl in Gefahr sahen, glaubten die Niedersachsen den Beteuerungen des Pflegevaters. Im Ergebnis blieb das Mädchen bei seinem Peiniger. Es werden viele Lehren aus diesem schrecklichen Fall zu ziehen sein. Jenseits der Aufarbeitung des Behörden-Versagens sollte aber eine Erkenntnis um sich greifen: Kindesmissbrauch ist alltäglicher, als viele meinen - gerade im Familien- und Bekanntenkreis. Manch einer, der an führender Stelle zurzeit mit der Aufklärung des Falls Lügde betraut ist, spricht von einer erschreckenden Dimension des Kindesmissbrauchs in unserer Gesellschaft. Dass dies gern verdrängt wird, macht es den Tätern leicht, unentdeckt zu bleiben. Davon hat auch der mutmaßliche Kinderschänder von Lügde profitiert.

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