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Rheinische Post: Kommentar
Die teure Renaissance der Gewerkschaften = Von Antja Höning

Düsseldorf (ots) - Wenn die Gewerkschaften sich heute zum Tag der Arbeit versammeln, werden sie auch sich selbst feiern. Galten sie vor zehn Jahren noch als aussterbende Spezies, erleben sie nun eine Renaissance. Die Mitgliederzahlen von IG Metall und Verdi steigen, die jüngsten Lohnabschlüsse sind üppig, der lange Kampf gegen die Sozialreformen hat sich gelohnt: Ausgerechnet die von einer CDU-Kanzlerin geführte große Koalition dreht das Rad zurück. Die Rente mit 67 wird konterkariert durch die Rente mit 63, die Agenda 2010 durchlöchert vom Mindestlohn. Was aus Gewerkschafts-Sicht ein großer Erfolg ist, richtet gesamtgesellschaftlich großen Schaden an. Während die Rente mit 67 darauf zielte, die Menschen lange im Beruf zu lassen und die Rentenkasse zu entlasten, wird die Rente mit 63 neue Vorruhestandswellen zulasten der Beitragszahler auslösen. Während die Agenda 2010 Geringqualifizierte zurück in Beschäftigung zwang, wird der Mindestlohn Hunderttausende wieder arbeitslos machen, deren Produktivität deutlich unter 8,50 Euro pro Stunde liegt. "Gute Arbeit" lautet das Motto der heutigen Kundgebungen. "Schlechte Arbeit" müsste eigentlich über dem Koalitionsvertrag stehen.

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