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Rheinische Post: Kommentar
Die Wirtschaftsmacht ADAC ist abgehoben = Von Thomas Reisener

Düsseldorf (ots) - Erst fliegt der ADAC mit manipulierten Abstimmungen für Auto-Oskars auf, dann muss er auch noch den Missbrauch seiner mit Spenden und Krankenkassengeldern finanzierten Hubschrauber zugeben. Was kommt als nächstes? Selten hat eine Institution in so kurzer Zeit so viel Ansehen verloren. Das Image vom gemeinnützigen Verein, der nur die Autofahrer vor den Gefahren der Straße und der Politik schützen will, ist er jedenfalls los. Plötzlich wird der ADAC als milliardenschweres Wirtschaftsunternehmen sichtbar, das wie jede große Organisation in erster Linie seine Existenz sichern will. Das Geschäftsmodell des ADAC ist eben nicht Verbraucherschutz, sondern politische Macht. Das zeigt auch sein bisheriger Umgang mit den Skandalen. Der Rücktritt eines Pressesprechers reicht nicht. Längst müssten auch Präsidium und Geschäftsführung reagiert haben. Vielleicht nicht gleich mit Rücktritt. Aber die Chefs sollten die 19 Millionen Mitglieder wenigstens fragen, ob sie deren Interessen trotz der Skandale noch vertreten dürfen. Mit einer Sonderwahl könnten die Granden beweisen, dass ihnen der Mitgliederauftrag wichtiger ist als die Macht. Und nebenbei, dass der ADAC auch zu manipulationsfreien Abstimmungen fähig ist.

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