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Rheinische Post: Olympia-Entscheidung: Europa ist der Verlierer = Kommentar von Martin Beils

Düsseldorf (ots) - Als der Brite Bernie Ecclestone, der erste Mann der Formel 1, mal über globale Entwicklungen sprach, watschte er seine Heimat ab: "Ich glaube, dass Europa in jeder Hinsicht am Ende ist. Der Kontinent wird ein guter Platz für den Tourismus sein, aber nicht viel mehr. Europa gehört der Vergangenheit an." Die jüngsten Entscheidungen des olympischen Sports stützen "Big Bernies" zugespitzte These. Es war zwar keine große Überraschung, dass Tokio bei der Wahl als Ausrichter der Spiele 2020 zum Zug kam, verblüffend war aber der Abstand zu Madrid und zu den in die EU drängenden Türken, die Istanbul ins Rennen geschickt hatten. Die kundigen Beobachter hatten einen knappen Ausgang erwartet. Noch deutlicher war der Sieg der südkoreanischen Stadt Pyeongchang vor zwei Jahren über München und Annecy bei der Wahl des Ausrichters der Winterspiele 2018 ausgefallen. Das IOC ist zum zweiten Mal hintereinander dem Lockruf der expandierenden asiatischen Märkte erlegen. Tokio hatte bis zuletzt mit dem Versprechen seines "unschlagbaren kommerziellen Potenzials" geworben. Und die Asiaten verstehen es, die Reihen zu schließen und Stimmen für ihre Interessen zu sammeln. Thomas Bach kann sich nicht sicher sein, morgen die Wahl zum IOC-Präsidenten zu gewinnen. Ser Miang Ng aus Singapur gilt als aussichtsreich. "Asien hat das Recht, künftig den Präsidenten zu stellen", soll er gesagt haben. Man muss ihn ernst nehmen.

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