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Rheinische Post: Salafisten messen mit zweierlei Maß Kommentar Von Martin Bewerunge

Düsseldorf (ots) - Die Islamschule des Vereins "Einladung zum Paradies" wird vorerst nicht nach Mönchengladbach ziehen. Dafür gibt es zumindest einen einfachen Grund: Für ihr geplantes Zentrum haben die Salafisten Bauvorschriften und Antragsformalitäten unzureichend berücksichtigt. Dies gilt es in aller Sachlichkeit festzuhalten. Denn die muslimische Splittergruppe neigt dazu, sich als Opfer von Vorurteilen und religiöser Hetze darzustellen. Bleiben wir bei den Tatsachen: Salafisten werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil es Hinweise gibt, dass sie Menschen radikalisieren. Ihre Wortführer verunglimpfen Journalisten im Internet, weil diese von ihrem Recht Gebrauch machen, die Öffentlichkeit über mittelalterliche Vorstellungen von Fundamentalisten zu informieren, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Zugleich nehmen Salafisten mit größter Selbstverständlichkeit die Vorzüge eines aufgeklärten Landes in Anspruch: ihr gutes Recht, sich in aller Öffentlichkeit zu versammeln, um ihren Glauben zu demonstrieren. Hier wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. Wer wollte, konnte sich in den letzten Wochen ein detailliertes Bild über die Vorgänge in Mönchengladbach verschaffen. Das zählt zu den wichtigsten Rechten in diesem Land. Mag sein, dass seine Bedeutung von manchem Islamisten verkannt wurde.

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