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Rheinische Post: Keine Ruhe im Irak Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Das hat Barack Obama noch gefehlt: Während der Widerstand gegen den Krieg in Afghanistan unter seinen Landsleuten immer größer wird, flammt auch die Gewalt im Irak wieder auf. Dabei hatte der US-Präsident diesen Konflikt doch offiziell schon abgehakt. Es gibt einen festen Abzugsplan für die US-Truppen. Spätestens Ende 2011 sollen die letzten amerikanischen Soldaten den Irak verlassen haben. Der geordnete Rückzug galt außerdem als politische Vorbedingung für ein stärkeres Engagement in Afghanistan und gleichzeitig auch als Vorbild für eine Lösung am Hindukusch. Die schlimmste Anschlagsserie seit zwei Jahren im Irak scheint dieses optimistische Szenario nun infrage zu stellen. Obama dürfte es sehr schwer fallen, kurz vor dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2012 vom offiziellen Abzugsdatum abzurücken. Aber das Schicksal des Irak darf nicht allein vom innenpolitischen Kalkül in Washington abhängen. Sollte der Irak wegen eines überhasteten Rückzugs wieder ins Chaos fallen, könnte dies die gesamte Region destabilisieren. Schon lauern die Mullahs im Iran auf ihre Chance, im Irak mitzumischen. Am Ende kommt auf Obama womöglich eine schwere Entscheidung zu: Riskiert er seine Wiederwahl für Stabilität im Irak?

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