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Rheinische Post: Schleier als Symbol Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Frankreich schickt sich an, das erste umfassende Burka-Verbot in Europa durchzusetzen. Der Bann richtet sich gegen ein Kleidungsstück, das im Westen ganz spontan mit der Unterdrückung der Frau gleichgesetzt wird. Aber in Wirklichkeit geht es nicht um Frauenrechte. Die französischen Abgeordneten haben gestern Maßnahmen gegen ein Symbol beschlossen, das für einen ultrakonservativen Islam steht. Zwar wurde das Anti-Burka-Gesetz peinlich genau von allen Bezügen zum muslimischen Glauben bereinigt, aber jeder weiß: Es geht um den Islam. Die Franzosen sind in Fragen der Trennung von Staat und Kirche äußerst sensibel. Schon vor Jahren wurden religiöse Symbole oder Kleidungsstücke in den Schulen verboten: das Kopftuch ebenso wie Kruzifix oder Kippa. Das Burka-Verbot aber geht viel weiter. Dahinter steckt eine Furcht, die es nicht nur in Frankreich gibt. Die Furcht vor Islamisten, die uns ihre Regeln aufzwingen wollen. Die Angst vor der Ausbreitung muslimischer Parallelwelten. Dagegen ein Zeichen zu setzen, ist richtig. Falsch ist jedoch die Methode. Dass jetzt das Verhalten einer mikroskopischen Minderheit verboten wird, demonstriert eher Verunsicherung als Selbstbewusstsein. Genau das bräuchten wir im Umgang mit den Radikalen.

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