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Rheinische Post: Kommentar: Abgang des Generals

Düsseldorf (ots) - Stanley McChrystal hat ungeschriebene Gesetze gebrochen und damit seinen Job riskiert. Amerikanische Militärs haben keine Macht. Sie haben sich an die Vorgaben der Politik zu halten. Verstoßen sie dagegen, wackelt ihr Stuhl. McChrystal hat dies entweder vergessen oder verdrängt. Dass er dem Weißen Haus gleich mehrfach am Zeug flickte, lässt das Gerede vom bedauerlichen Ausrutscher wenig glaubwürdig erscheinen. Vielmehr lässt es den Schluss zu, dass sich hinter den Kulissen tiefe Gräben auftun. Differenzen darüber, wie lange und in welcher Stärke die Truppe am Hindukusch stehen soll, in einem Einsatz, der in den USA zutiefst unpopulär ist. Wäre es nach McChrystal gegangen, wäre das US-Kontingent deutlich aufgestockt worden. Obama dagegen fürchtet ein zweites Vietnam, die Sogwirkung eines Konflikts, in dessen Strudel er immer tiefer versinkt. Dass Kommandeure höhere Truppenstärken fordern, ist normal. Obamas Riege hat widerstrebend ein wenig nachgegeben und zugleich den Beginn des Rückzugs im Sommer 2011 angepeilt: Vor dem Wahljahr 2012 sollen die Weichen gestellt sein. Der Konflikt zwischen Politikern und Militärs wird also weiterschwelen, daran wird der Abgang McChrystals nicht viel ändern.

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