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Rheinische Post: Merkels Härtetest

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Michael Bröcker:

Die Nominierung und die Wahl eines überparteilich geachteten, im Volk beliebten und intellektuell anspruchsvollen Bundespräsidenten (oder -präsidentin) ist nach acht Monaten plan- und weitgehend ideenloser Regierungshampelei die letzte Chance für Angela Merkel. Sie muss beweisen, dass die Neuauflage von Schwarz-Gelb mehr ist als eine missglückte Episode der Geschichte. Eine nicht unlösbare Aufgabe für die krisengestählte Kanzlerin. Merkel kann die Fahnenflucht "ihres" Präsidenten, dessen Rücktrittsgründe sie angeblich nicht kennt, zur Kabinettsumbildung nutzen. Sowohl der gehandelte Finanzchef Wolfgang Schäuble, ein politisches Pfund, als auch die versierte Ursula von der Leyen sind taugliche, weil substanzielle Kandidaten für das höchste Staatsamt. Im Kabinett könnte durch den Personalwechsel so etwas wie neue Tatkraft, ja eine mentale Frischzellenkur entstehen. Notwendig wäre es jedenfalls. In einer Woche muss Merkel einen überzeugenden Präsidenten präsentieren, einen Kompromiss im Gesundheitsstreit finden und das schärfste Sparpaket der vergangenen Jahre schnüren. Man wachse mit den Herausforderungen, sagt die Kanzlerin. Eine andere Möglichkeit hat Merkel wohl auch nicht.

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