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Rheinische Post: Kommentar: Krafts Schweigen

    Düsseldorf (ots) - Hannelore Kraft kann mit ihrem Wahlergebnis mehr als zufrieden sein: Die Landes-SPD steht kurz vor der Landtagswahl geschlossen hinter ihr. Dafür sie hat auf dem Parteitag in Dortmund die Seele der Delegierten nach Kräften gestreichelt, hat erzählt, welch tiefe Einblicke sie doch beim Besuch von Heimen, Vereinen und Betrieben in den Alltag der Menschen gewonnenen hat. So wichtig derartige Kontakte auch sind  man fragt sich schon, ob Politiker mitunter nicht zu weit der Basis entrückt sind und sich erst in Wahlkampfzeiten dieser Lebenswelt zuwenden. Wenn man, wie Hannelore Kraft auf ihrer Internetseite darlegt, im Monat 14 000 Euro netto hat, ist es sicher kein Fehler, sich von Zeit zu Zeit zu "erden", wie sie das nennt. Inhaltlich fiel an ihrer stark beklatschten Rede auf, was sie nicht sagte: Kein Wort zur Linkspartei, mit der sich die SPD ja angeblich auseinandersetzen will. Diese Auseinandersetzung fand bisher so gut wie nicht statt. Auch in Dortmund tauchte Kraft an dieser Stelle lieber ab. Denn wer weiß  vielleicht braucht sie die Linke doch zum Regieren. An ihr wird ein rot-rot-grünes Bündnis gewiss nicht scheitern, wenn es ihre einzige Chance wäre, Rüttgers das Amt des Ministerpräsidenten abzujagen.

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