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21.01.2010 – 19:00

Rhein-Neckar-Zeitung

RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung zu: Kundus

Heidelberg (ots)

Der Kundus-Ausschuss wird zum parteipolitischen
Begleitgeräusch eines ohnehin klappernden Regierungsstarts. Ein 
unbedarfter Beobachter müsste sich die Augen reiben angesichts der 
Tatsache, dass der nachweislich Unbeteiligte an diesem militärischen 
Desaster, nämlich der neu ins Amt gekommene Verteidigungsminister zu 
Guttenberg, in dieser Aufführung den Hauptangeklagten geben soll. Und
wenn dann noch die Frage ins Zentrum rückt, ob dieser vor oder erst 
nach dem Landtagswahltermin in Nordrhein-Westfalen aussagen soll, 
dann spricht das für Klamauk, aber nicht für ein 
Aufklärungsbedürfnis.
Dem Instrument Untersuchungsausschuss wird damit kein Gefallen getan.
Dem Afghanistan-Einsatz und den Soldaten, die seine Last tragen, auch
nicht. Aber hinter der Schaubühne gibt es zum Glück eine Ebene der 
gemeinsamen, die letzte Regierung überdauernden Verantwortung. Im 
Gefolge der veränderten US-Einsatzstrategie, die mehr auf 
Vertrauensbildung und Aufbauhilfe einerseits, effizienter Ausbildung,
aber auch militärische Stärke setzt, muss auch der deutsche Beitrag 
neu gewichtet werden. Und zwar, um eine Ausstiegs-Option zu 
erreichen, die keiner kaschierten Flucht gleichkommt. Afghanistan 
braucht uns - noch.

Pressekontakt:

Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz
Telefon: +49 (06221) 519-0

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