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Rheinische Post: Kommentar: Ehrlicher Obama

    Düsseldorf (ots) - Barack Obama ist ein exzellenter Redner, und es wäre ihm sicher nicht schwer gefallen, in Oslo eine stromlinienförmige Ansprache zu halten. Nach dem Motto: Ich bin den Nobelpreis eigentlich gar nicht wert, aber jetzt werde ich mich natürlich mit aller Kraft bemühen, der Welt den Frieden zu bringen. Aber das hat er nicht getan. Bescheidenheit hat er zwar an den Tag gelegt und dies auch aus gutem Grund, muss er doch erst noch beweisen, dass er die Ehrung verdient hat. Aber er hat darauf verzichtet, den Friedensfürsten zu geben. Obamas Rede mag verstörend wirken, auf viele Menschen sicher auch provozierend, aber sie war ehrlich. Obama hat erklärt, warum er Kriege in bestimmten Fällen für nötig hält. Er hat den Ikonen der Gewaltfreiheit wie Martin Luther King oder Mahatma Ghandi seine Reverenz erwiesen. Aber er hat auch gesagt, warum deren Vorbild nicht Leitschnur seines Handelns sein kann. Obama hat klar gemacht, dass das Böse in der Welt nicht immer nur mit friedlichen Mitteln zu besiegen ist. Es war eine große Rede. Aber gemessen wird der Präsident daran, wie er die moralischen Prinzipien, die er gestern formuliert hat, in praktische Politik umsetzt. Und da bleibt noch viel zu tun für den Friedensnobelpreisträger.

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