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Rheinische Post: Obamas Spagat

    Düsseldorf (ots) - Es war die schwerste Rede, die Barack Obama halten musste, seit er im Weißen Haus regiert. Die Amerikaner sind kriegsmüde. Viele verstehen nicht, was ihre "Jungs" noch in Afghanistan sollen. Nach der schwersten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise, angesichts einer Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau, haben sie andere Prioritäten. Die liegen in Denver und Detroit, nicht in Kabul und Kandahar. Obama, von einer Welle der Begeisterung ins Oval Office getragen, musste gegen den Strom anreden. Er hat es probiert. Er hat Emotionen geschürt, indem er die Erinnerung an den 11. September beschwor. Er hat versucht, seine Parteifreunde bei der Stange zu halten, indem er ihnen mit dem Juli 2011 ein frühes Datum für den Rückzugsbeginn präsentierte. Doch der Beginn eines Abzugs kann eine symbolische Geste sein, über das Ende sagt er wenig. Der rhetorische Spagat, der Versuch, es allen recht zu machen, er lässt mehr Fragen offen als beantwortet werden. Sicher ist nur: Afghanistan ist Obamas Krieg, er ist das, was Irak für George W. Bush war oder Vietnam für Lyndon B. Johnson. Der Friedensnobelpreisträger hat sich für die militärische Eskalation entscheiden. Es ist ein Konflikt, der ihn entweder bestätigt oder grandios scheitern lässt.

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